KEG Online-Talk: Die 10 Todsünden der Schulpolitik

mit Heinz-Peter Meidinger & Walburga Krefting

Deutschland versinkt im Schulchaos. Reform folgt auf Reform und doch verändert sich an den grundsätzlichen Defiziten so gut wie nichts. Die Schule ist heillos überfordert, soll sie doch alle gesellschaftlichen Probleme von der Integration bis hin zur demokratischen Erziehung lösen. Dazu Lehrermangel allerorten, Defizite bei der Digitalisierung und die fatalen Auswirkungen des Neoliberalismus, Stichwort Ware Bildung. Die Coronakrise hat das Versagen der Bildungspolitik endgültig offenbart.

Heinz-Peter Meidinger ist, zumal seit Beginn der Corona-Krise, so etwas wie Deutschlands unbekanntester Prominenter. Die wenigsten könnten wohl aus dem Stegreif sagen, wie Deutschlands Oberlehrer heißt, aber viele dürften Meidingers Gesicht aus dem Fernsehen kennen oder seine immer etwas heisere Stimme aus dem Radio, wo er seit Monaten die Konzeptlosigkeit der Kultusminister beklagt. Er vertritt 160.000 Lehrkräfte in Deutschland und ist der wohl gefragteste Experte in Sachen Schulpolitik. Wer könnte besser die Todsünden des Schulsystems benennen als er?

Um das „katastrophale Krisenmanagement bei der Bewältigung der Corona-Pandemie an Schulen“ (Todsünde Nr. 6) geht es natürlich auch in seinem neuen Buch. Doch vor allem thematisiert Meidinger die ungelösten Probleme, die der aktuelle Ausnahmezustand vorübergehend in den Hintergrund gedrängt habe.

„Eine Streitschrift“ soll das Buch sein, und das ist nicht zu viel versprochen. Als Präsident des Deutschen Lehrerverbands spricht Meidinger seit 2017 theoretisch für alle Lehrerinnen und Lehrer und damit auch für alle Schulen. Bei seinen Auftritten, gerade seit Beginn der Corona-Krise, merkt man das auch. Doch als Autor hat Meidinger sich für die scharf angespitzte Perspektive des niederbayerischen Gymnasialdirektors entschieden, der er bis zu seiner Pensionierung im Sommer ja auch war. Dass Meidinger „als niederbayerischer Katholik“ sogar zu einem „kleinen theologischen Exkurs“ ansetzt, um die Fruchtbarkeit des Begriffs „Todsünde“ für die Bildungspolitik zu belegen, macht die Sache eher schlimmer. „Don’t judge a book by its cover“, sagt man auf Englisch, frei übersetzt: Beurteile ein Buch nicht nach dem, was vorne draufsteht, sondern nach dem, was drinsteht.

Termin: Am 15.06.2021 von 17.00 - 18.30 Uhr

Wo? Digital über BigBlueButton

Im Online-Talk:

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands (DL),

Walburga Krefting, Landesvorsitzende der KEG Bayern

Kosten: keine!