Pressemitteilung der KEG Bayern vom 07.01.2020

KEG Bayern stellt fest: Personalpolitisch zu lange auf Sicht gefahren

Maßnahmen des Kultusministeriums greifen zu kurz und berücksichtigen die Bedürfnisse der Lehrkräfte zu wenig

„Die neuesten Versuche, den Lehrkräftemangel u. a. über ein Arbeitszeitkonto in den Griff zu bekommen, hält die KEG für sehr schwierig. Die lange vorausgegangenen personalpolitischen Versäumnisse des Ministeriums können damit nicht mehr wettgemacht werden. Parallel muss zumindest eine bessere Wertschätzung des Lehramts in dessen Rahmenbedingungen, der Gesunderhaltung und in der Besoldung spürbar werden“, urteilt Walburga Krefting, Vorsitzende der KEG Bayern.

Die KEG sieht in den Maßnahmen die jetzt schon starke Belastung der Lehrkräfte nicht berücksichtigt und warnt vor diesen nochmals belastenden Schritten um die Unterrichtsversorgung im kommenden Jahr zu sichern.

Wenn der Plan, mehr Lehrerstunden zu gewinnen aufgehen soll, müssen die zusätzlichen Aufgaben, die die Lehrkräfte belasten, reduziert und die Wertschätzung angehoben werden. Aufgeblähte und unverständliche Grundschulzeugnisse, steigende Anforderungen durch Inklusion, Migration und problematische Beratungssituationen im Zusammenhang mit dem Übertritt machen selbst motivierten Pädagogen das Leben schwer. Ganz zu schweigen von dem Arbeitspaket der Digitalisierung, das unsere Lehrkräfte mutig angehen.

Mit der Verpflichtung zur Mehrarbeit, befürchtet die KEG, dass ein bisher herausragendes Merkmal der Fürsorgepflicht des Staates gegenüber seinen Lehrkräften noch mehr an Qualität verliert. Es muss daher andere Wege geben, um Personal zu generieren, zu motivieren und gesund bis zum Ende der Lebensarbeitszeit zu halten.

Gegen eine verordnete Belastungssteigerung wehrt sich die KEG vehement. Wir warnen davor, ein Arbeitszeitkonto verpflichtend einzuführen, genauso vor einer Anhebung der arbeitsmarktpolitischen Teilzeitgrenze oder einer Abschaffung der Freistellungsmodelle sowie eine Hinauszögerung des Antragsruhestandes. Diese Maßnahmen greifen nach Meinung der KEG zu kurz, steigern die Belastung der Lehrkräfte empfindlich und bescheren uns damit einen erhöhten krankheitsbedingten Eintritt in den Ruhestand.

Walburga Krefting: „Versäumnisse und Fehlplanungen, unter denen unsere Schüler und Kolleg*innen leiden, können nicht ungeschehen gemacht werden. Ungeachtet dessen appellieren wir an Politik und Ministerium, umsichtiger zu planen und nachhaltigere Wege zu gehen. Die Lehrergesundheit aufs Spiel zu setzen, hilft letztlich niemandem, daher legen wir großen Wert darauf, dass andere Chancen vorrangig genutzt werden“.

In diesem Zusammenhang fordert die KEG:

Entlastung durch ein neues, vereinfachtes Grundschulzeugnis (praktikable und sofort umsetzbare Vorschläge der KEG liegen auf dem Tisch).

Maßnahmen im Studium zur Entwicklung einer pädagogischen Haltung, speziell für den zunehmenden Umgang mit Erziehungsschwierigkeiten.

Eine umfangreiche, didaktische und pädagogische Begleitung der Quereinsteiger.

Keine Einstellung von Seiteneinsteigern ohne jegliche pädagogischen Vorkenntnisse in Grund- und Mittelschulen.

Mehr Wertschätzung für die Lehrberufe an Grund- und Mittelschule durch eine der Ausbildung und dem Anforderungsprofil angepassten Eingangsbesoldung von A13.

Vorausschauende Abfederung des Förderlehrermangels durch Erhöhung der Studienplatzzahlen und mindestens ein weiteres Ausbildungsinstitut.

Behebung des Mangels an Fachlehrern EG und MT (einschließlich aller fachlichen Ausrichtungen) durch ein weiteres Fachlehrerinstitut. Gleichzeitig die Erleichterung einer Weiterqualifizierung von Fachlehrer*innen für das Lehramt an Grund- und Mittelschulen.

Ausbau der Berufspraktika in Grund- und Mittelschulen für Gymnasiasten.

„Unsere Kolleginnen und Kollegen sind am Limit, sie müssen immer mehr Erziehungsarbeit übernehmen und zusätzliche Belastungen werden nicht akzeptiert. Wir können es uns nicht leisten, die Gesundheit unserer Lehrkräfte aufs Spiel zu setzen,“ so Walburga Krefting, „Wir sollten krankheitsbedingte Ausfälle nicht provozieren, sondern die Lehrkräfte unterstützen und deren Zufriedenheit fördern, um langfristig neue Interessenten für diesen schönen Beruf zu motivieren. Grundsätzlich ist es für die Verantwortlichen nötig, den Blickwinkel zu ändern. Ausschlaggebend ist auf lange Sicht, die Freude an diesem schönen Beruf zu erhalten und mehr Bewerber für diese Lehrämter zu gewinnen.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Walburga Krefting

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presse(at)keg-bayern.de

 

 

 

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Über die KEG Bayern

Die KEG Bayern ist ein Berufsverband für Lehrkräfte und Pädagogen. Er umfasst 8.000 Mitglieder. Dies ermöglicht die Entwicklung realistischer, moderner Gesamtkonzepte für das Bildungs- und Erziehungswesen. Die Arbeit der KEG Bayern gründet auf christlicher Glaubensüberzeugung und europäischer Kulturtradition. Die KEG Bayern vertritt die standespolitischen Belange ihrer Mitglieder. Darüber hinaus bietet sie Rechtsschutz und Rechtsberatung. Durch Veranstaltungen vor Ort sowie regionale Fortbildungs- und Informationstagungen unterstützt die KEG Bayern ihre Mitglieder. Seit 2019 ist Walburga Krefting Landesvorsitzende der KEG Bayern.

 

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