Pressemitteilung der abl vom 23.07.2021

Präsenzunterricht im Herbst – aber sicher!

Die bayerischen Sommerferien stehen vor der Tür, aber wie geht es danach an den Schulen wei-ter? Ihren Beitrag zu einer Antwort leistet die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) über eine gemeinsame Erklärung der Vorsitzenden Pankraz Männlein (VLB), Michael Schwä-gerl (bpv), Jürgen Böhm (brlv) und Walburga Krefting (KEG). Gemeinsam vertreten die Verbände rund 60.000 Lehrkräfte aus allen Schularten.

Verpflichtender PCR-Test am Ende der Sommerferien und vor Unterrichtsbeginn Die gemeinsame Maxime der vier Lehrerverbände steht fest: Risikominimierung und Präsenzmaximierung an den Schulen – im Sinne aller Beteiligten. “Wir fordern einen verpflichtenden PCR-Test kurz vor Schulbeginn, damit Lehrkräfte und Lernende unbelastet das Schuljahr beginnen können. Die Wiederholung einer solchen Gesamt-Testung der Schüler- und Lehrerschaft in angemessenen Intervallen, nach Ferien oder bei einem Ausbruch an einer Schule sollte selbstverständlich sein”, fordert Pankraz Männlein, Präsident der abl. Die von der Politik neben dem Testen angekündigte Maskenpflicht in den ersten Schulwochen im Herbst wird von der abl begrüßt, da so potenzielle Ansteckungen durch Reiserückkehrer vermieden werden können. Man darf nicht vergessen, dass viele Schülerinnen und Schüler vor und nach dem Unterricht den öffentlichen Nahverkehr nutzen und der Schulbesuch so auch dort zusätzliche Kontakte mit sich bringt. Für die Teilnahme am Unterricht muss deshalb ein negatives PCR-Testergebnis vorgelegt werden. Vergleicht man die aktuellen Voraussetzungen im Herbst 2021 mit denen vor einem Jahr, wird schnell klar, dass die Pandemie auch an den Schulen mittlerweile zum Alltag geworden ist: Medizinische Masken, Selbsttests im Klassenverband, Abstand-Halten und getrennte Pausenflächen sind Teil des Schullebens geworden. Dazu kommt, dass inzwischen alle Lehrkräfte ein Impfangebot erhalten und die allermeisten dies auch angenommen haben, wie eine aktuelle Umfrage unter bayerischen Gymnasiallehrkräften mit bereits 90 Prozent vollständig Geimpften exemplarisch zeigt. Gleichzeitig ist aber zu beachten, dass die sich auch in Deutschland unter den Neuinfektionen ausbreitende DeltaVariante Kinder und Jugendliche in besonderem Maße betrifft und hochansteckend ist. Deshalb mahnt die abl die Staatsregierung, Auffrischungsimpfungen, die im Herbst und Winter bei Lehrkräften notwendig werden, vorausschauend professionell vorzubereiten. „Alle Vorsitzenden in der abl sind sich einig, dass mit dem Fortschreiten der Impfungen eine neue Phase der Pandemie begonnen hat – auch an den Schulen“, erläutert der Präsident der abl, Pankraz Männlein (VLB) und fährt fort: „Bisher hat die 7-Tage-Inzidenz die Vorgaben für den Übergang in den Wechsel- oder Distanzunterricht bestimmt. Für den Herbst steht nun die Frage im Raum, ob nicht andere oder zusätzliche Kennzahlen in Betracht gezogen werden sollten, wenn es um die Einschätzung von Maßnahmen oder des Risikos aller am Schulleben Beteiligten geht. Wir erwarten von der Wissenschaft eine Klärung und anschließend von der Politik eine rechtzeitige Auseinandersetzung mit den dann vorliegenden Erkenntnissen.“ Ein Luftreiniger pro Klassenzimmer Die entscheidende Rolle des Faktors Zeit in dieser Pandemie wird nach Ansicht der abl besonders bei den Raumluftreinigern sichtbar. „Ein Jahr nach Beginn der Diskussion über Luftreinigungsgeräte hätte diese flankierende Maßnahme des Infektionsschutzes in den Klassenzimmern bereits ihren Abschluss finden können. Die jetzt eingetretene Verzögerung durch Mangel an politischer Entschiedenheit und finanziellen Erwägungen ist mehr als ärgerlich. Es geht auch nicht darum, ob diese Geräte es für die Schülerinnen und Schüler möglich machen, dauerhaft ohne Maske am Unterricht teilzunehmen, sondern es geht darum, alle möglichen, sich ergänzenden Maßnahmen zu ergreifen, um niemanden im Wechsel- oder Distanzunterricht zuhause lassen zu müssen“, fügt Männlein hinzu. „Eines steht für die abl in jedem Fall fest: Die monatelangen Schulschließungen dürfen sich im neuen Schuljahr nicht wiederholen. Daher müssen jetzt alle zusammenarbeiten und bestmögliche Voraussetzungen für sicheren Unterricht schaffen – im Sinne der gesamten Schulfamilie!“, so die Vorsitzenden der in der abl zusammengeschlossenen Lehrerverbände.

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