Digitalisierung ja – aber sicher, für alle Schularten und unter Beachtung der DSGVO!

Die KEG Bayern nimmt Stellung zum kostenlosen Einsatz von Microsoft Teams Education an weiterführenden Schulen

Am Mittwoch den 13. Mai 2020 stellte Kultusminister Piazolo weitere Rahmenbedingungen und Unterstützungsangebote für das „Lernen zu Hause“ vor. Um die vorhandenen Kommunikationswege zu verbessern, bietet das Kultusministerium jetzt allen weiterführenden Schulen das digitale Kommunikationswerkzeug Microsoft Teams for Education an. Damit habe der Freistaat ein digitales Gesamtpaket, mit dem die Schüler hervorragend begleitet werden können, so Piazolo.

Die KEG Bayern nimmt Stellung zum kostenlosen Einsatz von Microsoft Teams Education an weiterführenden Schulen

 

Digitalisierung ja – aber sicher, für alle Schularten und unter Beachtung der DSGVO!

 

Am Mittwoch den 13. Mai 2020 stellte Kultusminister Piazolo weitere Rahmenbedingungen und Unterstützungsangebote für das „Lernen zu Hause“ vor. Um die vorhandenen Kommunikationswege zu verbessern, bietet das Kultusministerium jetzt allen weiterführenden Schulen das digitale Kommunikationswerkzeug Microsoft Teams for Education an. Damit habe der Freistaat ein digitales Gesamtpaket, mit dem die Schüler hervorragend begleitet werden können, so Piazolo. "(...)Wir wollen den Kindern in dieser Zeit trotz der außergewöhnlichen Rahmenbedingungen verlässliche Strukturen bieten und auch die Eltern nicht überfordern", so der Minister.

Die KEG Bayern sieht diese Maßnahme sehr kritisch und mahnt vor zu schnellen Freuden. Wir haben nachgefragt: Ein Überführen der Versionen „Teams Education“ in die Vollversion, die nach Corona-Zeiten genutzt werden muss, ist nicht vorgesehen und laut Kultusministerium nicht möglich. Das System muss dann angeschafft und neu aufgesetzt werden, so das Ministerium.

"Gerade in Notsituationen muss darauf geachtet werden, zuverlässige und nachhaltige Werkzeuge zur Unterstützung einzusetzen. Kostenlose Programme für eine begrenzte Zeit können keine Lösung sein. Unsere Bildung benötigt ganzheitliche und in Bezug auf die Digitalisierung individuelle, sichere, nachhaltige und transparente Bildungsangebote“, so Walburga Krefting, Landesvorsitzende der KEG Bayern.

 

In der Grundschule sind vor allem der Präsenzunterricht und damit der persönliche Bezug zur Lehrkraft wichtig. Doch auch hier wird parallel dazu noch Lernen zuhause stattfinden müssen, genauso wie an den weiterführenden Schulen. In erster Linie muss digitale Bildung für alle Schularten des differenzierten Schulsystems gedacht und umgesetzt werden. Deswegen brauchen wir auch für unsere Grundschulen stabile, sichere und vor allem kindgerechte Systeme. Teams Education ist für die Grundschulen zu komplex, dafür bedarf es einfacher leicht bedienbarer Werkzeuge.

 

Sicherlich wird Microsoft von den meisten Unternehmen und Privatpersonen genutzt. Dass jedoch bereits das Gros der Programme aus Amerika wegen Datenschutzmängeln in der Kritik stand und das Microsoft-Office-Paket sogar ein nationales Sicherheitsrisiko darstellen kann, ist weniger bekannt. Freie Bildung entsteht durch Freiheit, Unabhängigkeit, Verlässlichkeit und (Daten-) Sicherheit.

 

Die KEG Bayern fordert daher die Freiheit auch in der Bildung digital frei und sicher zu leben. Bayern darf keine Abhängigkeiten zu Werkzeugen, die Datenschutzmängel aufweisen, fördern, sondern muss Möglichkeiten für individuelle und sichere Wege schaffen.

Ein "Digitalgipfel für Schulen und Kitas" muss dringend seitens der Politik eingerichtet werden, um gewonnene Erkenntnisse auszutauschen und die Digitalisierung in der Bildung auf sicheren Wegen voranzutreiben.

„Wenn für die weiterführenden Schulen Geld in die Hand genommen wird, dann sollte das auch für die Grundschulen passieren, denn dort wird die Grundlage der Digitalisierung geschaffen“, so Krefting abschließend.

 

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