Pressemitteilung der KEG Bayern zur Pressekonferenz von Kultusminister Piazolo vom 22.Juli.2020

Die KEG freut sich über die neuen Planstellen und sieht weiterhin Handlungsbedarf

Die KEG Bayern sieht die gestern von Kultusmister Piazolo vorgestellten Planungen zur weiterhin qualitativ hochwertigen Unterrichtsversorgung kritisch. 4.600 Planstellen und 800 TeamlehrerInnen sowie 1000 neue Lehrerstellen für Verbesserungen im Unterrichtsfach Informatik sowie Inklusion reichen nicht aus. Gerade in den letzten Monaten hat sich gezeigt, was unseren Lehrkräften auf Grund der aktuellen Personalsituation und Corona abverlangt wird. Die gestern veröffentlichten Neueinstellungen und Maßnahmen hören sich auf den ersten Blick gut an, sind aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Praxis wird zeigen, dass es nicht funktionieren wird. Die KEG hätte sich mehr Wertschätzung und Weitblick gewünscht.

„Die Personalsituation nach den nun wohlverdienten Sommerferien kann durch die neu geschaffenen 4600 Planstellen, 800 Teamlehrer und zusätzlich 1000 Lehrerstellen sowie der Maßnahmen nicht gesichert werden, denn wir wissen einerseits nicht was Corona bringen wird und andererseits decken diese Planstellen gerade einmal den Normalbedarf ohne Corona“, so Walburga Krefting, Landesvorsitzende der KEG Bayern.

 

In Bayern gibt es mehr als 6.000 Schulen. Durch die neu geschaffenen Stellen, wird nicht einmal jeder Schule eine Lehrkraft zur Verfügung gestellt. Außerdem sind die Stellen der Teamlehrer auf ein Jahr befristet. Die Personen müssen erst einmal gefunden und eingearbeitet werden. Die zusätzlichen 1000 Lehrerstellen für Informatik und Inklusion sind bei weitem nicht ausreichend, da durch den nun angeschobenen Distanzunterricht und den damit verbundenen neue Anforderungen an den Schulalltag ein Arbeitsumfang entsteht, die mit dieser Planung nicht gestemmt werden kann. Deswegen muss der Freistaat Bayern jetzt in echte Planstellen investieren und die Stellen attraktiver gestalten, statt unattraktive Aushilfsverträge anzubieten.

 

„Der Beruf der Lehrkraft muss seitens des Kultusministeriums attraktiver gestaltet werden und benötigt hier mehr Rückendeckung, denn zufriedene Lehrkräfte sind die beste Werbung für diesen tollen Beruf“, so Krefting weiter.

 

Bayern muss hier investieren und die Lehrkräfte für den Lehrerberuf begeistern und mit echten Planstellen<s> </s>an die Schulen binden. Die KEG bemängelt daher die eingeschlagenen Schritte von KM Piazolo, da im kommenden Schuljahr viele Anstrengungen und gewonnen Erkenntnisse des Distanzunterrichts nicht angegangen werden können, weil mit dem heute veröffentlichten neuen Stellen Unterrichtslücken gestopft werden müssen.

Wegen Corona gibt es ohnehin einen erhöhten Förderbedarf. Wir haben ab September viele SchülerInnen in nächsthöheren Jahrgangsstufen, die noch aufholen müssen. Diese Schü­ler zu fördern muss unser aller Anliegen sein. Genauso muss aber auch der Unterricht nach Stundenplan erhalten bleiben. Förderstunden und Informatik anzubieten und dafür musische Fächer zu streichen kann nicht der richtige Weg sein. Gerade die ganzheitliche Bildung ist für eine gesunde Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen erforderlich und stärkt sie für die Zukunft.

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Pressekontakt KEG Bayern

Martin Goppel

presse(at)keg-bayern.de

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