Pressemitteilung der KEG Bayern vom 24.Juli 2020

Ein turbulentes Schuljahr geht zu Ende – Was bleibt?

Die Landesvorsitzende der KEG Bayern, Walburga Krefting, resümiert das Schuljahr 2019/2020: Trotz widriger Umstände hat die Schulfamilie den Bildungsauftrag erfüllt – Aufgaben für die Zukunft sind deutlich sichtbar

 

Das Schuljahr 2019/20 wird auch für die Schulen als Corona-Jahr in die Geschichtsbücher eingehen. Besonders das zweite Schulhalbjahr wurde von tiefgreifenden Maßnahmen und Notverordnungen geprägt, die das Corona-Virus eindämmen sollten. Für die Schulen bedeutete das: Homeschooling statt Präsenzunterricht und Notbetreuung in den Ferien.

Die Schulfamilie hat in dieser tiefgreifenden Krise zusammengestanden und letztlich die großen Herausforderungen gemeistert. Der reguläre Präsenz-Unterricht musste durch alternative und mitunter außergewöhnliche Lehrformate ergänzt werden. Lehrerinnen und Lehrer mussten umdenken und passten sich an die neue Lage an. Unterricht wurde neu konzipiert und die Schülerinnen und Schüler auf anderen – meist digitalem Weg – unterstützen. Und Eltern mussten ihre Kinder beim Lernen daheim unterstützen. Die Umstellung war enorm und auch die Belastung war für alle Beteiligten groß.

Aber das Ergebnis dieser gemeinsamen Bemühungen kann sich durchaus sehen lassen:

Die Abschlussjahrgänge sind trotz der widrigen Umstände erfolgreich durch ihre Prüfungen gekommen und können nun im nächsten Schuljahr ihren weiteren Bildungs- bzw. Berufsweg gehen. Natürlich musste der Stoff abgespeckt werden, aber die zentralen Lerninhalte wurden den Schülern vermittelt, sodass auch durch das Vorrücken in die nächste Klassenstufe keine längerfristigen Nachteile entstehen werden.

Dennoch, die Corona-Lage hat auch Schwachstellen in der Bildungslandschaft und im bayerischen Schulsystem aufgezeigt. Die mangelnde Digitalisierung der Schulen, eine unzureichende IT-Infrastruktur und eine vernachlässigte Schulung der Lehrkräfte auf diesem Gebiet, haben die Bemühungen fern ab vom Präsenzunterricht an den Schulen zu lehren, merklich erschwert. Und auch das Thema Bildungsgerechtigkeit rückte wieder in den Vordergrund: Wie sollte man mit den Schülerinnen und Schülern umgehen, die keine digitalen Geräte im Haushalt haben? Wie können schlecht ausgestattete Schulen ihren Bildungsauftrag aus der Ferne erfüllen?

Die Probleme an denen unsere Schulen leiden, sind während dieser umfassenden Krise deutlich zu Tage getreten. Das war schmerzhaft – besonders für diejenigen, die unter den Umständen am meisten zu leiden hatten – aber es ist auch eine Chance für die Zukunft. Es wird wieder diskutiert über grundlegende Themen wie Bildungsgerechtigkeit, den Auftrag und die Aufgaben der Schulen, den Wert von Bildung in unserer Gesellschaft und was mangelnde Ressourcen im Bildungsbereich für Auswirkungen haben.

Eines ist hierbei klar: Es muss sich einiges verändern, wenn wir in Bayern weiterhin ein hervorragendes Bildungsniveau aller Absolventen garantieren und in der Welt wettbewerbsfähig bleiben wollen. Die Aufgaben an Politik, Verbände und die Schulfamilie hier Lösungen zu finden sind gestellt. Für diese wichtigen Weichenstellungen braucht man aber auch Zeit. Zeit, in der man sich von den zahlreichen kurzfristigen Corona-Notverordnungen lösen und etwas Distanz vom Alltagsbetrieb gewinnen kann. Zeit um darüber nachzudenken, wie man Schule zukunftsfähig, krisenfest und nachhaltiger gestaltet. Die Sommerferien sind eine solche Zeit, in der nicht nur die Regeneration von den vergangenen Strapazen, sondern auch der Blick in die Zukunft möglich ist: Lasst uns diese wichtige Auszeit also gemeinsam nutzen, um tragfähige Ideen und Konzepte für die Zukunft der Schulen zu entwickeln. Und lasst uns diese Zeit auch genießen, um Kraft zu tanken für das anstehende Schuljahr, das zweifelsohne noch immer von den Auswirkungen der Corona-Krise geprägt sein wird.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen eine gute und vor allem auch erholsame Zeit!

 

Ihre Walburga Krefting

Landesvorsitzende der KEG Bayern

 

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Pressekontakt KEG Bayern

Wolfgang Stemmer

presse(at)keg-bayern.de

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