Pressemitteilung der KEG Bayern vom 23. September 2021

Getrübte Freude über Beförderungen

Die KEG Bayern sieht die aktuellen Zusatzbelastungen in bayerischen Grundschulen als unhaltbaren Zustand – dies trübt auch die Freude über die verdienten Beförderungen

Im November steht die nächste Beförderungsrunde für Lehrkräfte an. Eigentlich ein Grund zur Freude. Angesichts des schwierigen Schulstarts und der aktuellen Situation an den Schulen werden die vielen Beförderungen in den Lehrerzimmern in diesem Jahr aber gemischt aufgenommen. Viele Lehrkräfte sehen sie als eine Art Entschädigung, um die Aufmerksamkeit von dem teils chaotischen Start der neuen Tests wegzulenken. Die Schwierigkeiten bei der völlig überstürzen Einführung der Pooltestungen an Grundschulen waren gleich in den ersten Schultagen ein spürbarer "Last-Test", nicht nur für den Server, sondern vor allem für die Schulleitungen, die Verwaltungsangestellten und Lehrkräfte. Wobei der Server nicht bestanden hat. Die Schulfamilie hingegen hat wieder bewiesen, dass sie auch unter Höchstlast funktioniert – notwendig ist der Beweis allerdings keinesfalls! So begrüßt die KEG zwar die Pooltests, da diese insgesamt sicherer sind, befürwortet aber immer noch die Durchführung außerhalb der Schule durch medizinisches Personal, um die zusätzliche Belastung an den Schulen möglichst gering zu halten.

Denn die Maßnahmen, die zeitlich schlecht platziert sind und nicht bis auf die praktische Ebene zu Ende gedacht wurden, verursachen Stress und belasten die Lehrkräfte, Schulleitungen und Verwaltungen unnötigerweise. Eine Aktion in diesem Ausmaß "neben" dem Schulstart – der anstrengendsten Woche des ganzen Schuljahres – ohne entsprechenden Vorlauf durchzusetzen, spricht nicht gerade von Verständnis für die Gesamtsituation. Gerade in den letzten Ferientagen und ersten Schulwochen können sich Schulleitungen und deren Verwaltungsangestellte vor Arbeit nicht retten. Und wie es aussieht, ist auch keine Erleichterung in Sicht. Dem muss zum einen finanziell Rechnung getragen werden, aber auch durch die zeitnahe Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung für Schulleitungen.

Nach Meinung der KEG Bayern sollen organisatorisch aufwändige Maßnahmen praktisch durchdacht und in Ruhe und mit Umsicht umsetzbar sein, dafür stehen wir gerne zur Verfügung. Die KEG Bayern fordert insgesamt mehr Kontinuität und Planbarkeit für die Schulfamilie und eine wertschätzende Entlohnung von Beginn an.

"Wir freuen uns über die Beförderungen auf A13 für Grund- und Mittelschullehrkräfte, allerdings sollte diese Gehaltsstufe als Anerkennung schon zum Berufseinstieg auf dem Gehaltszettel stehen", so Walburga Krefting, die Landesvorsitzende der KEG Bayern und ergänzt: „Durch die Außnahmesituation und den damit verbundenen Mehraufwand schlagen wir aktuell eine Anhebung und Ausweitung der anstehenden Leistungsprämien vor, insbesondere im Bereich der Verwaltungsangestellten und Schulleitungen.“

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