Pressemitteilung der KEG Bayern vom 17.11.2021

KEG fordert den Fokus auf Ruhe und Sicherheit in der Bildung zu legen

Tragfähige Maßnahmen für Kitas, Schulen und Hochschule müssen längere Zeit gültig sein.

"Heute dies, morgen das" - die aktuelle Hü-Hott-Politik ist verwirrend und das pädagogische Personal ob in der Kita, der Schule oder an der Hochschule am Ende der Kräfte, bereits vor dem Winter. Mitte November 2021 existieren bereits fünf Landkreise in Bayern mit einer Inzidenz von mehr als 1000 - Tendenz steigend. Eine Zahl, die vor einem Jahr undenkbar gewesen wäre.

Wenn zudem Unsicherheiten darüber bestehen, welche Anti-Corona-Regeln gelten, das Gesundheitsamt mit den Meldungen nicht nachkommt und man erst recht nicht weiß, was der Regierung morgen einfallen wird, sinkt die Akzeptanz der Maßnahmen massiv und die Zahlen steigen weiter. Laut den heutigen Angaben des Robert-Koch-Instituts stehen Schulen nach den Privathaushalten und Altenheimen an dritter Stelle der Ansteckungsorte. Unter den Kindern von sechs bis elf Jahren ermittelte das Institut eine Inzidenz von 1073, bei 12- bis 15-jährigen 979, dagegen in der Gesamtheit der Altersgruppen mit 555 weit weniger. Wobei immer noch nicht kommuniziert ist, ob und in welchem Ausmaß Kinder Corona unwissentlich in die Familien, Kitas und Schulen tragen, ohne selbst "krank" zu sein. Das Infektionsrisiko auf dem Schulweg und in der Schule selbst ist laut RKI also beachtlich und Kinder und Beschäftigte dort müssen nach wie vor besonders geschützt werden. Dafür sind dringend tragfähige Maßnahmen nötig, die zudem für längere Zeit gelten. Regelwerke, etwa für Quarantäne, müssten auch ohne Zutun der ohnehin schon überlasteten Gesundheitsämter Gültigkeit und damit für Schul- und Kitaleitungen ein Stück Planungssicherheit geben. Ruhe in die Abläufe käme, wenn Beschlüsse durchgezogen würden und damit verlässlich wären. Die KEG Bayern warnt vor Maßnahmen am falschen Ende, zu Lasten des ohnehin schon überlasteten pädagogischen Personals!

Die KEG Bayern fordert daher:

·        Keine zusätzlichen, ständig wechselnden Aufgaben für Schul- und Kitaleitungen.

·        Mehr Personal für die Gesundheitsämter, um Rückmeldungen an Bildungseinrichtungen zu beschleunigen und im Hinblick auf die Nachverfolgung keine Aufgaben-Umverteilung auf pädagogisches Personal

·        Ausweitung der kostenlosen PCR-Testangebote auf jegliches Personal in Bildungseinrichtungen – von der Kita bis zur Hochschule (entsprechend der kostenlosen PCR Tests für schwangere bzw. stillende Frauen).

·        Testpflicht und kostenlose PCR Tests auch für Kinder in Kindertageseinrichtungen.

·        Die Maskenpflicht muss bei Nicht-Einhaltung des Abstandes und vor allem im Innenbereich bei sehr hohen Inzidenzen beibehalten, aber immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden.

 

"Unsere Bildungseinrichtungen brauchen ein Maximum an Schutz und sinnvolle Maßnahmen, die über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden können. Erfahrungen dazu wären genügend vorhanden. Unsere Pädagoginnen und Pädagogen und unsere Lehrerinnen und Lehrer sind und waren schon immer bereit, ihren Beitrag zu leisten, aber sie sind auch am Ende ihrer Kräfte angelangt und können nicht noch mehr belastet werden. Es kann nicht sein, dass Schul- und Kitaleitungen, Pädagoginnen und Pädagogen und Lehrkräfte zum einen die Tests und darüber hinaus auch noch die Nachverfolgung und die Information von Kontaktpersonen übernehmen müssen", kritisiert die Landesvorsitzende der KEG Bayern, Walburga Krefting, die Politik: "Wo bleibt da noch Zeit für die Bildung?"


Um sicheren Präsenzunterricht zu gewährleisten, hilft in diesen Zeiten - neben einer möglichen Impfung - nur ein grundsätzliches und routiniertes Testen. Daher sollte für alle Bildungseinrichtungen über Kontrollen und Testangebote auch außerhalb der Klassenzimmer durch externes Personal nachgedacht werden. Insbesondere im Hinblick auf alle Tests, die außerhalb von Routinen zu erledigen sind, also z.B. bei Rückkehr nach Erkrankung oder bei Erkältungssymptomen.

Statt einer medienwirksamen Ankündigungspolitik, die verunsichert und unseren Pädagogen noch mehr Arbeitslast aufbürgt, braucht das bayerische Bildungssystem dringend eine wirksame und vor allem langfristige Corona-Strategie in der Schulfamilie, damit Bayern weiterhin die Bildung garantieren kann, die unsere Schülerinnen und Schüler verdienen.

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