Pressemitteilung vom 22. Juni 2021

Quali(tät) ist das Ziel – hat aber auch ihren Preis

Die Mittelschulen starten nach einem herausfordernden Schuljahr in die Abschlussprüfungen. Corona hat gezeigt: Die Lage spitzt sich zu.

Die schriftlichen Abschlussprüfungen für Schülerinnen und Schüler der Mittelschule starten am 23. Juni. Die KEG Bayern wünscht allen Prüflingen gutes Gelingen und viel Erfolg. Gerade die letzten beiden Schuljahre waren für Mittelschullehrkräfte und die Klassen besonders schwierig. Viele Schülerinnen und Schüler waren im Distanzunterricht schwer oder gar nicht erreichbar. Oft mangelte es an der Ausstattung für digitalen Unterricht, sowohl in den Schulen als auch in den Haushalten. So war in vielen Fällen an eine geordnete Wissensvermittlung nicht zu denken.

Trotz dieser Herausforderung haben auch im Schuljahr 2020/21 die Mittelschulen hervorragende Arbeit geleistet. Schulleitungen, Lehrkräfte und engagierte Eltern haben im Corona-Jahr alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Heranwachsenden bestens auf ihren Abschluss und das Berufs- und Arbeitsleben vorzubereiten. Auch viele Schülerinnen und Schüler haben sich über die Maße engagiert, um die Situation zu meistern. Dass die Abschlussprüfungen nun in der jetzigen Form stattfinden können, ist der Verdienst aller Beteiligten – und keine Selbstverständlichkeit, betrachtet man die Voraussetzungen unter denen die Mittelschulen in das Schuljahr 2020/21 gestartet sind.

Denn besonders hier ist der Personalmangel unter den Lehrkräften deutlich zu spüren: Es gibt immer weniger von ihnen. Im Hinblick darauf, dass ca. ein Drittel aller bayerischen Schülerinnen und Schüler die Mittelschule besuchen, ist die Lage umso besorgniserregender. Und die Prognosen geben keine Entwarnung. Im Gegenteil, immer weniger Abiturienten studieren dieses wichtige Lehramt. Eine haltlose Situation! Die KEG fordert deshalb eine Attraktivitätssteigerung des Lehramts Mittelschule und eine mutige Personalplanung.

„Wir wünschen uns von Seiten der Regierenden endlich mehr Unterstützung für diese Schulart. Die Rahmenbedingungen für die Lehrkräfte müssen dringend verbessert werden, will man diese wichtige Säule unseres differenzierten bayerischen Schulsystems erhalten“, fordert die Landesvorsitzende der KEG Bayern, Walburga Krefting. „Es muss mehr Unterstützungsangebote für Lehrkräfte, sowie eine deutliche Entlastung der Schulleitungen geben. Auch die Eingangsbesoldung in A13 für das Lehramt Mittelschule ist angemessen und muss endlich kommen, betrachtet man die Bildungsarbeit, die dort geleistet wird.“

Besonders der heterogenen Schülerschaft an den Mittelschulen wird nach Ansicht der KEG noch zu wenig Rechnung getragen. Die Förderangebote müssen nach Corona unbedingt intensiviert und ausgebaut werden – und damit einhergehen muss endlich eine deutliche Aufstockung der Mitteschullehrkräfte und des pädagogischen Fachpersonals. Die zusätzliche Belastung durch Corona, darf auf keinen Fall einzig den jetzigen Mittelschullehrkräften auferlegt werden. Denn nur mit zufriedenen Lehrkräften und Schulleitungen an den Mittelschulen wird es auch in den nächsten Jahren erfolgreiche Abschlussjahrgänge geben, die fit für den Berufseinstieg sind.

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