Pressemitteilung der KEG Bayern vom 18. März 2021

Selbsttests in Verantwortung der Schulen - mangelnder Bezug zur Praxis und nicht zu Ende gedacht.

Die Verordnung des bayerischen Kultusministeriums zu Selbsttests an bayerischen Schulen sieht die Durchführung von Selbsttests von Schülerinnen und Schülern in den Schulen vor. Die neue Strategie der Staatsregierung ist nach Meinung der KEG Bayern nicht praktikabel, löst die Probleme des Gesundheitsschutzes nicht und wirft neue Fragen auf.

Die steigende Zahl der äußerst ansteckenden Corona Mutanten (über 70% englische Mutanten auch unter Kindern und Jugendlichen) lässt Testungen an den Schulen nicht zu.

Die KEG Bayern bewertet diese Teststrategie als unverantwortlich.

Die Kontaktmöglichkeiten unter Kindern, beginnend auf dem Schulweg (öffentliche Verkehrsmittel), dem Pausenhof, über das Anstehen zum Händewaschen bis zur Testphase ohne Maske im Klassenzimmer sind immens. Alleine dies ist ein Gesundheitsrisiko. Hinzu kommt das Warten auf das Testergebnis bis zu dem Zeitpunkt, zu dem ein positiv getestetes Kind von seinen Eltern abgeholt wird. Ohne individuelle Testergebnisse sind die Schülerinnen und Schüler bereits mindestens eine Stunde mit ihren Klassenkameraden zusammen.

Das stößt auf Unverständnis seitens der KEG. Gesundheitsschutz sieht anders aus. Zumal in den Testzentren die Testenden, anders als die Lehrkräfte, volle Schutzmontur tragen müssen. Als äußerst bedenklich sieht die Landesvorsitzende der KEG Bayern, Walburga Krefting, zusätzlich den Umgang mit sensiblen persönlichen Daten und den Gefühlen der Schülerinnen und Schülern. Beginnend bei der Abfrage zur Bestellmenge der Tests in der Klasse, dem Bangen um die Testergebnisse, über die Reaktionen, wenn ein Kind in der Klassengemeinschaft positiv getestet und separiert wird, bis hin zu der isolierten Wartezeit bis zur Abholung.

Wer verhindert zusätzlich, dass die positiv getesteten Kinder gemobbt oder gehänselt werden und nachmittags in den sozialen Netzwerken oder Chats erscheinen?

Folgerichtig muss die Testung in das private Umfeld.

 

"Schulkindern und ihren Familien ist das nicht zuzumuten", stellt Krefting fest und fordert: "Die Klassenzimmer müssen Räume des Vertrauens, der Bindung und des Lernens sein. Die kostenfreien Tests müssen in der Familie, unter Aufsicht der Erziehungsberechtigten stattfinden. Das gilt auch für die Verantwortung in Bezug auf die angedachte Durchführungs-Pflicht. Ungenau durchgeführte Tests in der Schule bergen in der Summe mehr Gefahren, als die Unsicherheit, dass einige Eltern ungetestete Kinder in die Schule schicken. Hier muss man auch auf die Solidarität der Gesellschaft vertrauen und nicht die Dienstpflichten der Lehrkräfte überstrapazieren ", schließt Krefting.

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