Pressemitteilung der KEG Bayern vom 03.09.2021

Wieder ein Schulstart ohne Plan?

Zum Schulstart in Bayern sind noch immer keine konkreten Regeln für den Präsenzunterricht kommuniziert worden. Die KEG sagt: Das kann nicht sein!

Auch in Bayern startet am 14. September das neue Schuljahr. Allerdings fehlen bis dato noch immer die konkreten Rahmenbedingungen unter denen der Präsenzunterricht stattfinden soll. Schulleitungen, Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler können sich deshalb nicht richtig vorbereiten.

Details wieder auf den letzten Drücker

Das ist umso bedauerlicher, da genug Zeit vorhanden war, um den Rahmen für Präsenzunterricht abzustecken und konkrete Regeln zu formulieren, unter denen durchgehender Präsenzunterricht stattfinden soll. Es ist zum Beispiel noch nicht klar festgelegt, für wen welche Maßnahmen eigentlich gelten. Laut Schreiben des Kultusministeriums vom 1. September werden die Details noch mit dem Gesundheitsministerium abgestimmt und den Schulleitungen dann mitgeteilt. Diese haben dann in kürzester Zeit dafür zu sorgen, dass die Maßnahmen umgesetzt werden – ein möglichst unaufgeregter Schulstart sieht anders aus.

Bei einigen Regelungen herrscht hingegen bereits Klarheit: So wird es an allen Schulen definitiv eine unabhängige Maskenpflicht bis zum 1. Oktober geben. Schülerinnen und Schüler werden außerdem drei Mal pro Woche mittels Selbsttest getestet. Die PCR-POOL-Tests für Grund- und Förderschulen laufen an. Wann diese aber flächendeckend eingesetzt werden können, steht hingegen noch nicht fest. 

Schulen sind keine Impfzentren!

Problematisch hingegen sieht die KEG den erneuten Vorstoß, die Impfungen für Schülerinnen und Schüler auf die Schulleitungen abzuwälzen. Diese sind dazu angehalten die Vorbereitungen durchzuführen, damit impfbereite Kinder und Jugendliche ihrer Schulen schnellstmöglich ein konkretes Impfangebot erhalten. Kurz: Sie sollen die Impfungen organisieren, d.h. dafür sorgen, dass mobile Impfteams an die Schulen kommen und dort unter geeigneten Bedingungen Reihenimpfungen durchführen. Diese umfangreiche Aufgabe wird wieder auf diejenigen verlagert, die sowieso bereits am Anschlag arbeiten. Und da die Detailregelungen erst noch kommen, werden die Schulleitungen zunächst damit beschäftigt sein, diese umzusetzen. Vielerorts wird das zu großen Problemen führen, da schlicht die Zeit fehlt, Schulstart, Tests, Abläufe bei Quarantänefällen und Impfungen auf einmal zu organisieren. Diese Situation hätte man mit genügend Vorlaufzeit vermeiden können.

Neue Regeln, aber mit welchen Konsequenzen?

Auch die Ablösung des Inzidenzwertes durch die Krankenhausampel und die konkreten Auswirkungen dieser Neuorientierung auf die Schulen sind noch nicht klar kommuniziert worden. Ab wann welche Maßnahmen gelten, weiß bisher keine Schulleitung. Das ist ein großes Problem. Auch Lehrkräften, Schülerinnen, Schülern und Eltern wurde bisher nichts kommuniziert, außer: Präsenzunterricht wird stattfinden. Die Frage nach dem wie kam scheinbar aber erst wieder zum Ferienende auf. So werden wir vielerorts wieder ohne Plan in das neue Schuljahr starten.

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