Pressemitteilung vom 16. Juni 2021

Willkommen zurück – Lehren aus der Pandemie

Die KEG zieht ein Resümee aus dem Corona-Schuljahr 2020/21 und fordert die Verantwortlichen zu präventivem Handeln auf

Der Großteil bayerischer Schulen befindet sich seit letzter Woche wieder im lang herbeigesehnten Präsenzunterricht. Die sinkenden Inzidenzwerte machen es möglich. Zeit, um ein erstes Resümee aus den vergangenen, von der Pandemie geprägten Monaten zu ziehen. Was hat funktioniert und was nicht?

Gut war der Zusammenhalt der Schulfamilie. Schulleitungen, Lehrkräfte, Eltern und nicht zuletzt die Schülerinnen und Schüler haben schnell und geschlossen auf die neue Situation reagiert, das Schuljahr mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln bestmöglich zu gestalten. Das Brennglas Corona hat allerdings auch die Defizite sichtbar gemacht und schonungslos offengelegt woran es hapert.

Da wäre zum einen der eklatante Personalmangel, den bayerische Grund-, Mittel- und Förderschulen schon lange beklagen. Eine Entspannung der Lage ist dort nicht in Sicht. Nicht nur während dem Pandemie-Unterricht ist dies deutlich geworden, es wird sich auch auf die jetzt folgenden Monate auswirken, denn: Die Förderprogramme, die aufgesetzt werden, um den verpassten Schulstoff nachzuholen, benötigen viel qualifiziertes Fachpersonal. Leider fehlt es genau an diesem. Das wird die Umsetzung der Programme deutlich erschweren und letzten Endes den Schülerinnen und Schülern nicht gerecht.

Auch ist deutlich geworden, dass die Ausstattung der Schulen in vielen Bereichen nur unzureichend ist. Besonders im Bereich IT und der Gebäudesubstanz der Schulen muss Geld in die Hand genommen werden, um die Grundlage dafür zu schaffen, dass sich eine Situation wie im Herbst und Winter letzten Jahres nicht wiederholt.

„Wir freuen uns darüber, dass Präsenzunterricht wieder stattfinden kann und dass die Kinder endlich wieder die Schulen besuchen und ihre Freunde treffen können“, so Walburga Krefting, die Landesvorsitzende der KEG Bayern. „Aber auf dieser Freude dürfen wir uns jetzt nicht ausruhen. Wir müssen die Probleme, die sich gezeigt haben, aktiv angehen, um eine erneute Situation, wie wir sie im letzten Jahr hatten, zu verhindern. Wir müssen zeitnah Lehren aus dieser Pandemie ziehen.“

Hierfür braucht es nach Kreftings Meinung klare Strukturen und klare Konzepte für das kommende Schuljahr. Es ist dringend erforderlich, dass die Ministerien gemeinsam mit den Kommunen, Schulleitungen, Lehrkräften, Eltern und Schülern verbindliche Notfallszenarien entwickeln. Es braucht jetzt ein Qualitätsmanagement, das die verschiedenen Stufen einer Pandemie im Blick hat und dafür sorgt, dass wirkungsvolle Präventionsmaßnahmen etabliert werden. Auch müssen die Mittel und Maßnahmen, welches die Schulen erfolgreich durch die Pandemie gebracht haben, identifiziert und ausgebaut werden. Wenn das geschafft wird, ist viel gewonnen.

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