KEG Bayern stellt Integrationsprojekt vor

“Angekommen?!” im Bayerischen Ministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration

Das von der KEG Bayern ins Leben gerufene Integrationsprojekt “Angekommen?!” wird Anfang März im Bayerischen Ministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration vorgestellt. Dabei soll auf die unterschiedlichen Standorte und Initiativen des Projektes geschaut werden, aber auch darauf, wie Einheimische und Zugewanderte das Projekt im Einzelnen angenommen und umgesetzt haben. Das Projekt wird aus Mitteln des Ministeriums gefördert.

Wie können sich Menschen unterschiedlicher Herkunft auf Augenhöhe begegnen, wenn neben kulturellen auch noch sprachliche Barrieren bestehen? Im August 2016 rief die KEG das Integrationsprojekt “Angekommen?I” ins Leben, das durch Fotografie und die Sprache der Bilder junge Menschen miteinander verbinden soll. An Schulen, Fachakademien und Jugendtreffpunkten in ganz Bayern waren Zugewanderte und Einheimische dazu aufgerufen, mit dem Smartphone die Dinge oder Momente festzuhalten, die ihnen etwas bedeuten, die einerseits das Neue und Fremde und anderseits das Bekannte und die Heimat symbolisieren. Das Medium der Fotografie ermöglicht den Teilnehmern jenseits ihres individuellen, sprachlichen Ausdrucksvermögens sowohl materielle als auch emotionale Aspekte ihres Alltags festzuhalten. Diese „Schnappschüsse aus dem Alltag“ regen beide Seiten zum Nachdenken an, bauen Vorurteile ab und fördern ein besseres gegenseitiges Verstehen.

Das Fotoprojekt wurde einige Monate später durch einen Film ergänzt, der als visuelles Impulsreferat dienen soll. Er beleuchtet die Geschichte der Emigration und lässt außerdem Elemente aus den Arbeiten der Teilnehmer mit und ohne Migrationshintergrund mit einfließen. An einigen bayerischen Standorten wurde zudem mit der Methode des Improvisationstheaters gearbeitet. Auf diese Weise konnten die Geschichten hinter den Fotos auf die Bühne gebracht, Emotionen in Gesten und Körpersprache ausgedrückt werden. Im vergangenen Jahr gab es im Rahmen des Projekts “Angekommen?!” vielfältige Initiativen und Workshops unter anderem in München, Augsburg, Traunstein, Bamberg und Aschaffenburg.

Besonders eindrucksvoll war das Ergebnis eines Projekts in Traunstein, wo vier verschiedene Schulen die Ergebnisse ihrer integrativen Fotoworkshops in einer Ausstellung im Landratsamt präsentieren durften. Über 300 Fotografien von einheimischen und zugewanderten Kindern und Jugendlichen, teilweise mit Bildunterschrift, zeigten, mit welchen Herausforderungen des Alltags sich die Geflüchteten konfrontiert sehen. Ebenso wecken die Fotos ein Gespür für das, was für sie neu, unbekannt und besonders ist und was für die einheimischen Teilnehmer selbstverständlich ist und daher kaum als Fotomotiv beachtet wurde, z. B. Schnee oder regelmäßig fahrende Züge.

Am 2. März wird das Integrationsprojekt nun im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration vorgestellt und dabei auch eine erste Bilanz gezogen.

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