Mitgliederinformation der KEG Bayern vom 05.04.2019

Gesichert: Islamunterricht in Bayern

KEG Bayern setzt Forderung durch: Koalition verlängert den Modellversuch um weitere zwei Jahre

Der Modellversuch „Islamischer Unterricht“ an Bayerns Schulen wird um zwei Jahre verlängert. Nach dem Abschluss des Modellversuchs soll der Islamunterricht als Wahlpflichtfach in den Stundenplänen der bayerischen Schülerinnen und Schüler zu finden sein und somit gesetzlich verankert werden. Dies haben die Spitzen Koalition in ihrer Kabinettssitzung am 26. März 2019 beschlossen.

Die Ausweitung des Modellversuches sowie das spätere Wahlpflichtfach „Islamischer Unterricht“ werden den ca. 143.000 muslimischen Schülerinnen und Schülern in Bayern jedoch nicht flächendeckend, sondern lediglich regional-bedarfsorientiert und überwiegend an den Grund- und Mittelschulen zur Verfügung stehen. Dies liegt vor allem an einem erheblichen Mangel an geeignetem Lehrpersonal. Die Ausbildung der Lehrkräfte erfolgt bisher nur an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Ob und in wie weit ein Ausbau der Islamlehrer-Ausbildung erwartet werden kann, steht bisher noch nicht fest.

„Die Ausweitung des Modellversuchs sowie die Aussicht auf das zukünftige Regelangebot „Islamischer Unterricht“ ist eine sehr gute Nachricht für alle Schülerinnen und Schüler muslimischen Glaubens. Es wird ein deutliches Zeichen gesetzt, dass auch diese Kinder an den bayerischen Schulen willkommen sind, respektiert, integriert und wertgeschätzt werden“, begrüßte die Landesvorsitzende der KEG Bayern, Ursula Lay, die Entscheidung des Bayerischen Kabinetts.

Der derzeitige Modellversuch läuft seit zehn Jahren und war – nach einer zwischenzeitlichen Verlängerung – bis zum Ende des Schuljahres 2018/2019 befristet. Nach positiven Evaluationsergebnissen und großem Zuspruch von Schülern, Eltern und Lehrkräften verstärkte sich besonders in den vergangenen Monaten der Druck auf die Koalitionspartner von CSU und Freien Wählern, endlich eine Entscheidung zur Fortführung des Islamunterrichts zu treffen. Andernfalls drohe eine Abwanderung der staatlich ausgebildeten Lehrkräfte in andere Bundesländer, mahnten zahlreiche Vertreter der bayerischen Schulen, verschiedene Berufsverbände sowie der Landtagsopposition. Auch die KEG Bayern setzte sich im persönlichen Gespräch mit Bayerns Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo für die Beibehaltung des „Islamischen Unterrichts“ ein.

Aktuell profitieren rund 16.500 Schülerinnen und Schüler an 349 Schulen vom Angebot des Islamunterrichts. Bei dem Modellversuch handelt es sich um einen staatlichen Unterricht, der muslimischen Schülerinnen und Schülern Wissen über die islamische Religion sowie interkulturelle Bildung und Wertekunde auf Basis der Bayerischen Verfassung vermittelt. Der Unterricht wird von staatlich ausgebildeten Lehrkräften in deutscher Sprache erteilt. Das Ziel des Islamunterrichts ist, einen Beitrag zur Integration zu leisten und ebenso zur Prävention von Radikalisierungstendenzen beizutragen.

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