KEG Bayern zur Pressekonferenz:

Grundschulen unter Druck – Passgenaue Lösungen erforderlich

Am gestrigen Freitag stellte Prof. Dr. Michael Piazolo von den Freien Wählern in München seine Forderungen für die Zukunft der bayerischen Grundschulen vor.

Seine Ansatzpunkte umfassen u. a. die Zurückverlegung des Einschulungsstichtages auf den 30. Juni und die Einführung eines Einschulungskorridors (30. Juni – 30. September), in dem die Entscheidung über die Einschulung den Eltern obliegt. Begründet wird diese Forderung mit Studienergebnissen, die nachteilige Effekte in der späteren Schullaufbahn bei Kindern zeigen, die zwar schulfähig, aber bei Schuleintritt noch unter sechs Jahren sind. Dies liegt beispielsweise an einer fehlenden Ausreifung einiger motorischer, sensorischer und kognitiver Fähigkeiten der Kinder. Bisher stehen Eltern, die ihrem Kind gerne noch ein zusätzliches „Entwicklungsjahr“ gewähren würden, oftmals vor der Problematik, dass eine Zurückstellung verweigert wird und stattdessen ein sonderpädagogischer Förderbedarf empfohlen wird. Die Landesvorsitzende der KEG Bayern Ursula Lay sieht in dieser Forderung einen wichtigen Schritt, um den teilweise unterschiedlichen Entwicklungsständen der Kinder gerecht zu werden und später den größtmöglichen Schulerfolg zu garantieren. Aus diesem Grund unterstützt die KEG Bayern auch den von den Freien Wählern eingereichten Dringlichkeitsantrag zu dieser Thematik.

Zustimmung findet ebenfalls die Forderung einer Standortgarantie für Grundschulen. „Natürlich ist diese Garantie vor dem Hintergrund des aktuellen Personalmangels mit Maß und Ziel umzusetzen, jedoch sollten vor der endgültigen Schließung einer Grundschule alle möglichen Alternativen untersucht und auch kreative Lösungen zugelassen werden“, so Ursula Lay, die sich hiermit dem allgemeinen Leitsatz „Kurze Beine, kurze Wege“ anschließt.

Kritisch steht die KEG allerdings den Plänen eines gesetzlich geregelten Anspruchs auf Ganztagesbetreuung im Grundschulbereich gegenüber. „Zum einen zeigt der ebenfalls heute vorgestellte nationale Bildungsbericht „Bildung in Deutschland 2018“ eine deutliche Zunahme an Schülern, die ein Ganztagesangebot nutzen. Zum anderen werden aber bereits jetzt die Konsequenzen deutlich, die allein schon der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz mit sich gebracht hat. Personalmangel an allen Ecken und Enden. Letztendlich sind die Kinder die Leidtragenden.“ Die Pläne zum Ausbau der mobilen Reserve und zur Erstellung eines Fachkräftepools sowie der Einsatz einer zweiten Lehrkraft in einzelnen Klassen sind in den Augen von Ursula Lay idealistisch lobenswert, aber praktisch nicht umsetzbar. „Selbst wenn die zuständige Regierung für diese Pläne die nötigen Stellen schafft und die finanziellen Mittel zur Verfügung stellt, so bleibt die Tatsache des Personalmangels. Schon jetzt müssen die Grundschulen auf Real- und Gymnasiallehrkräfte mit einer Zweitqualifizierung für Grund- und Mittelschule oder auf Seiteneinsteiger zurückgreifen, um den Personalbedarf zu decken. In der Grundschule werden die Grundsteine der Bildung gelegt, auf der alles Spätere aufbaut. Hier muss die Qualitätsgarantie der ausgebildeten Grundschullehrkräfte ungebrochen bleiben.“

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