Pressemitteilung der KEG Bayern vom 09.08.19

KEG Bayern fordert: Keine Ausgrenzung in der Grundschule! …und auch sonst nicht.

„Kinder, die über gar keine oder nur wenige Deutschkenntnisse verfügen, stehen vor großen Problemen, wenn sie dem Unterrichtsgeschehen folgen wollen. Auch ist die logische Konsequenz daraus, dass auch Lehrkräfte in diesem Unterrichtsumfeld extreme Herausforderungen bewältigen müssen, um alle Schüler teilhaben zu lassen und zu fördern.“, so Walburga Krefting, Landesvorsitzende der KEG Bayern.

Die KEG Bayern sieht in dem von CDU-Politiker Carsten Linnemann geäußerten Vorschlag ganz klar keine praktikable Lösung. Gerade Kinder, deren Deutschkenntnisse noch ausgebaut werden müssen, sind in ihren Augen am besten zwischen deutsch sprechenden Kindern aufgehoben und verweist auf das besonders bei jüngeren Kindern nachgewiesene, effektive Lernen im sog. „Sprachbad“ der Klasse.

Gute Lösungen zur Sprachförderung sind nach Meinung der KEG Bayern mit einer Verbesserung der Rahmenbedingungen sowohl im frühkindlichen Bereich, als auch in den Grundschulen zu erreichen. In den Kindertagesstätten führt das pädagogische Personal schon jetzt Sprachbeobachtungsbögen, aufgrund derer die Bedarfsstunden für den Vorkurs beantragt werden können. „Oft werden diese Stunden aber nicht bewilligt und genau hier muss angesetzt werden!“, fordert Walburga Krefting. In ihren Augen muss den Beobachtungen und den Urteilen der Erzieherinnen und Erzieher mehr Beachtung entgegengebracht werden und die geforderten Stunden zuverlässig bewilligt, besser noch erhöht werden. Außerdem ist dieses Angebot zu erweitern und muss daher mit ausreichend Geld und Personal ausgestattet werden, betont die Landesvorsitzende in Richtung der politischen Verantwortlichen und unterstreicht die Notwendigkeit von bestmöglichen Rahmenbedingungen.

Denn die Auffassung von Bayerns Kultusminister, Prof. Dr. Michael Piazolo, der Bayern mit Vorkursen und Deutschklassen bereits jetzt gut aufgestellt sieht, teilt die KEG Bayern nur bedingt.

Um allen Kindern einen gleichberechtigten Zugang zu chancengerechter Bildung zu ermöglichen, ist aus der Sicht der KEG Bayern das relativ gut strukturierte Fördersystem an bayerischen Schulen mit zusätzlichen Lehrer- sowie Förderlehrerstunden zu verstärken und zu untermauern. Dazu gehört auch eine Erweiterung der Ausbildungskapazität an Förderlehrerinstituten, bzw. ein weiteres Institut.

Darüber hinaus bieten zwar bereits existierende Regelungen die Möglichkeit, Schülerhöchstzahlen bei der Klassenbildung in Grundschulen zu reduzieren, jedoch müsste hier nachgebessert werden. In Klassen mit einem besonders hohen Anteil an Schülerinnen und Schülern mit starken Schwierigkeiten in der deutschen Sprache sollte es noch flexibler gestaltet werden, um nochmal kleinere Klassen bilden zu können. „Denn nur bei kleineren Klassen hat eine Lehrkraft die Chance, im gegebenen Zeitrahmen intensiv und individuell zu fördern, damit sich Kinder gut entwickeln können.“, stellte Walburga Krefting klar.

Für die KEG Bayern entscheidend: Integration kann nur gelingen, wenn wir wirklich integrieren und nicht unter dem Deckmantel der „besseren Förderung“ ausgrenzen. Ein Gemeinschaftsgefühl kann nur entstehen, wenn man in der Gesellschaft ankommt und dies gelingt am besten u. a. durch deutschsprachige Freunde. Und wo, wenn nicht in der Kita und der Schule lernt man am einfachsten Freunde fürs Leben kennen? Teilhabe bietet die besten Chancen für eine gelingende Zukunft.

Pressemitteilung

 

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Katharina Holzapfel

______________________

Pressereferentin

presse@keg-bayern.de

 

Über die KEG Bayern Die KEG Bayern ist ein Verband engagierter Pädagogen aus allen Erziehungs- und Bildungsbereichen. Er umfasst 8.000 Mitglieder. Dies ermöglicht die Entwicklung realistischer, moderner Gesamtkonzepte für das Bildungs- und Erziehungswesen. Die Arbeit der KEG Bayern gründet auf christlicher Glaubensüberzeugung und europäischer Kulturtradition. Die KEG Bayern vertritt die standespolitischen Belange ihrer Mitglieder. Darüber hinaus bietet sie Rechtsschutz und Rechtsberatung. Durch Veranstaltungen vor Ort sowie regionale Fortbildungs- und Informationstagungen unterstützt die KEG Bayern ihre Mitglieder. Seit 2019 ist Walburga Krefting Landesvorsitzende der KEG Bayern.

 

KEG Bayern * Herzogspitalstr. 13 * 80331 München

Tel. 089 236857700

presse(at)keg-bayern.de

https:/www.keg-bayern.de

Facebook: www.facebook.com/KEGBayern Twitter:@KEGBayern

zurück