Pressemitteilung der KEG Bayern vom 01.02.2019

KEG Bayern zum geplanten Einschulungskorridor

Die KEG Bayern begrüßt die Pläne des bayerischen Kultusministeriums rund um den Einschulungskorridor. Stellt sich jedoch auch gleichzeitig die Frage: Wieso erst jetzt?

Unter Berücksichtigung des aktuellen Standes der Wissenschaft sind die Pläne rund um den Einschulungskorridor in den Augen der KEG Bayern überfällig. „Längst ist bekannt, dass der Entwicklungsstand eines Kindes nicht nur an dessen Alter festgemacht werden kann. Jedes Kind ist einzigartig und genauso individuell entwickelt es sich hinsichtlich seiner motorischen, emotionalen, sozialen, physischen und psychischen Fähigkeiten. Es gibt Frühstarter, aber eben auch Spätentwickler. Das ist normal und ein höheres Maß an Flexibilität sowie eine stärkeres Gewicht des Elternwunsches können für die optimale Förderung dieser Kinder nur von Vorteil sein“, betonte Ursula Lay, Landesvorsitzende der KEG Bayern. 

Die Tatsache, dass Kultusminister Piazolo die Kriterien zur Einschulung im neuen Schuljahr nun erst Anfang Februar definiert – nachdem bereits viele Informationsabende zur Einschulung und erste Beratungen stattgefunden haben – empfindet Ursula Lay mehr als unglücklich. „Hier zeigt sich mal wieder, dass die Mühlen der Bürokratie zu langsam mahlen. Wenn man bedenkt, dass die FREIEN WÄHLER mit den Plänen zum Einschulungskorridor bereits im Vorfeld der Landtagswahl geworben haben, ist diese späte Umsetzung nicht akzeptabel.“ Die Hast und Dringlichkeit dieses Vorhabens, die jetzt öffentlich wahrgenommen wird, ist nach Auffassung der KEG Bayern nicht dafür geeignet, die Ziele angemessen zu verfolgen und ein positives Bild der Schule nach außen zu tragen.

Jedoch sieht die KEG Bayern in der späten Einführung nicht die Gefahr, dass Eltern, Lehrkräfte und Schulanfänger verunsichert oder anderweitig benachteiligt würden. Vielmehr profitieren sowohl die Eltern als auch die Schulverwaltungen vom erleichterten Verfahren, ein Kind später einschulen zu lassen. Bisher war eine Rückstellung nur in „Härtefällen“ möglich – für alle Seiten ein enormer bürokratischer Akt, der teilweise auch vor Gericht sein Ende fand. 

„In einem Großteil der Fälle tritt die Entscheidung für bzw. gegen die Einschulung des Kindes klar hervor. Lediglich in einigen „Grenzfällen“ sieht die KEG Bayern einen erneuten Beratungsbedarf. Ursula Lay ruft deshalb alle Beteiligten zur Besonnenheit auf: „Ich möchte alle Schulleitungen, Lehrkräfte und Erzieher um zusätzliche Geduld bitten, wenn Eltern für ihre Kinder eine erneute Beratung wünschen. Gleichzeitig fordere ich das Kultusministerium auf, die betroffenen Schulleitungen, Lehrkräfte und Erzieher aktiv zu unterstützen, um allen Vorschulkindern sowie deren Eltern einen guten und professionellen Schulstart zu ermöglichen.“

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung. 

V.i.S.d.P.: Ursula Lay

presse(at)keg-bayern.de

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