Pressemitteilung der KEG Bayern vom 06.09.19

KEG Bayern zum Schuljahresbeginn

Damoklesschwert „Personalengpass“: Neues Schuljahr hält auch in diesem Jahr große Herausforderungen und altbekannte Themen bereit. Gute Platzierung im ISNM Bildungsmonitor 2019 stellt Stärken des bayerischen Schulsystems heraus; offenbart aber auch ungenutzte Potentiale. Bayerns Kultusminister ruft zu mehr Achtsamkeit im (sprachlichen) Umgang miteinander auf und fordert, von außen keinen Druck in das Schulsystem hineinzutragen.

Zum Start des neuen Schuljahres am kommenden Dienstag stellt die KEG Bayern fest: Vor allem an den Grund-, Mittel- und Förderschulen in Bayern ist die Bildungsqualität – wie schon in den vergangenen Jahren – durch die dünne Personaldecke nachhaltig gefährdet.

 

Fachfremde Vertretungsstunden und Unterrichtsausfälle werden in diesem Schuljahr wieder die Belastbarkeit von Schülern und Eltern sowie Schulleitern und Lehrerkollegium auf die Probe stellen. „Spätestens zum Winter werden sich in der Unterrichtsversorgung nicht nur kleine Risse zeigen“, so Walburga Krefting, Landesvorsitzende der KEG Bayern.

 

Vor diesem Hintergrund erneuert die KEG Bayern ihre Forderung, die Attraktivität des Lehrerberufs an Grund-, Mittel- und Förderschulen zu erhöhen. „Die bayerischen Bildungspolitiker müssen endlich den Mut für langfristige Strategien gegen den Schweinezyklus in der Lehrerversorgung aufbringen“, betonte Walburga Krefting.

 

Wichtige erste Schritte sind nach Ansicht der KEG Bayern:

 

  • A13 Einstiegsbesoldung für alle Lehrerinnen und Lehrer an Grund- und Mittelschulen
  • Erhöhung der Ausbildungskapazität für Förderlehrkräfte durch ein weiteres Staatsinstitut

 

Zudem appelliert die KEG Bayern an das Bayerische Kultusministerium, weiterhin am hohen Standard der differenzierten Lehrerbildung festzuhalten und die Qualität der bayerischen Lehrerinnen und Lehrer mit dem abgelegten 2. Staatsexamen sicherzustellen. Quereinsteiger ohne Lehramtsstudium an Grundschulen einzusetzen, ist in den Augen der KEG Bayern keine zielführende Lösung. „Gerade in der Grundschule werden die zentralen Grundlagen für den späteren Bildungsweg eines Kindes gelegt. Es muss sich ein stabiles Fundament bilden, auf dessen Basis die nachhaltige Entwicklung der psychischen, physischen, sozialen, emotionalen, sprachlichen, motorischen und kulturellen Kompetenzen erfolgt. Hier braucht es umfassend ausgebildete Lehrkräfte“, machte die Landesvorsitzende deutlich.

 

Positiv sieht die KEG Bayern die 1.100 zusätzlich geschaffenen Stellen sowie die umfangreichen Fördermittel, die einerseits den Ausbau der Digitalisierung voranbringen und andererseits die Angebote der individuellen Förderung, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die berufliche Bildung weiter verbessern und stärken sollen.

 

Weitere Potentiale zur Sicherung der Bildungsqualität sieht die KEG Bayern in nochmals verbesserten Rahmenbedingungen für Lehrkräfte und Fachkräfte in pädagogischen Berufen aber natürlich auch in einer gesteigerten Attraktivität des Lernorts Schule für die Kinder und Jugendlichen. So stellen besonders der Ausbau und die Standardisierung der Multiprofessionellen Teams sowie der Ganztagsangebote ein Hauptaugenmerk der KEG Bayern dar. Nur so kann den Herausforderungen einer zunehmenden Heterogenität unserer Gesellschaft begegnet und ein Bildungserfolg unabhängig von Schulart, Herkunft, sozialem Status, möglicher Behinderung oder Wohnort garantiert werden.

 

Des Weiteren wird die KEG Bayern auch in diesem Schuljahr den engen Kontakt mit dem Kultusministerium und den Bildungspolitikern der Parteien suchen und sich für folgende Ziele besonders stark machen:

 

  • Einführung eines neuen, vereinfachten Zeugnisformats an den Grundschulen
  • Weiterentwicklung und nachhaltige Stärkung der schulartspezifischen und differenzierten Lehrerausbildung
  • Automatische, systembedingte stetige Erhöhung der Mittel für externe Beschäftigte im Ganztag
  • Erhaltung kleiner Standorte für Grund- und Mittelschulen durch flexible Lösungen, wie z. B. Kombi-Klassen
  • Nachhaltige Umsetzung der Digitalisierung

 

Breite Zustimmung in den Kreisen der KEG Bayern haben auch die Schlussworte von Prof. Dr. Michael Piazolo im Rahmen seiner gestrigen Pressekonferenz gefunden. Der Minister rief dazu auf, das Kindeswohl mehr in den Mittelpunkt zu stellen und zu beachten, dass das Beste für das Kind nicht unbedingt gleichbedeutend mit guten Noten und Leistungserfolg ist.

 

Die KEG Bayern wünscht all ihren Mitgliedern, Freunden und Unterstützern sowie allen Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften, Pädagogen und Erziehern einen guten und erfolgreichen Start ins neue Schuljahr 2019/2020.

 

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

 

Katharina Holzapfel

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presse@keg-bayern.de

 

 

Über die KEG Bayern

Die KEG Bayern ist ein Berufsverband für Lehrkräfte und Pädagogen. Er umfasst 8.000 Mitglieder. Dies ermöglicht die Entwicklung realistischer, moderner Gesamtkonzepte für das Bildungs- und Erziehungswesen. Die Arbeit der KEG Bayern gründet auf christlicher Glaubensüberzeugung und europäischer Kulturtradition. Die KEG Bayern vertritt die standespolitischen Belange ihrer Mitglieder. Darüber hinaus bietet sie Rechtsschutz und Rechtsberatung. Durch Veranstaltungen vor Ort sowie regionale Fortbildungs- und Informationstagungen unterstützt die KEG Bayern ihre Mitglieder. Seit 2019 ist Walburga Krefting Landesvorsitzende der KEG Bayern.

 

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