abl-Presseerklärung Nr. 2 vom 03.07.2018

Konstruktiv, realistisch, seriös

Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Lehrerverbände (abl) kommentiert Überlegungen zur Bildungsfinanzierung

Bildung ist immer als Prozess zu verstehen, der kontinuierlich, aber realistisch weiterentwickelt wird. Darin ist sich die Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Lehrerverbände (abl), bestehend aus dem Bayerischen Philologenverband (bpv), dem Bayerischen Realschullehrerverband (brlv), der Katholischen Erziehergemeinschaft (KEG) und dem Verband der Lehrer an beruflichen Schulen (VLB), einig.

Aus Sicht der abl muss sich daher auch die Bildungspolitik am Machbaren und Umsetzbaren orientieren, überzogene Forderungen und unseriöse Zahlenspiele sind in diesem Zusammenhang kontraproduktiv.

„Pauschalisierte Einheitslösungen werden der Vielzahl an Problemen nicht gerecht. Jeder individuelle Bildungsweg bedarf individueller Lösungsansätze. Was wir brauchen, sind Experten für die unterschiedlichen Bildungswege“, sind sich die Vorsitzenden der abl-Verbände einig.

Die abl steht für ein erfolgreiches bayerisches Bildungssystem, bestehend aus Gymnasium, Realschule, Förderschule, Grund- und Mittelschule sowie beruflichen Schulen und vereint die Experten aller Schularten. „Nur durch konstruktive Verbesserungsvorschläge kann man die angespannte Personalsituation in den Kindertagesstätten, Grund-, Mittel- und Förderschulen in den Griff bekommen“, meint Ursula Lay, Vorsitzende der KEG.

„Bayern ist im Bereich der beruflichen Bildung im Bundesvergleich sehr erfolgreich. Dabei sind die Realschule mit dem Markenzeichen der Verbindung von Theorie und Praxis sowie die Mittelschule für die Vorbereitung auf ein erfolgreiches Berufsleben von besonderer Bedeutung. Die Orientierung an den Stärken des Einzelnen ist ein Erfolgsgarant differenzierter Bildung. Hierbei spielen alle Schularten eine wichtige Rolle und bieten vielfältige Übergänge und Anschlüsse, die es weiter auszubauen gilt. Dazu leisten wir als seriöse und verlässliche Gesprächspartner laufend unseren Beitrag“, meint Jürgen Böhm, Vorsitzender des brlv.

Auch die Integration ist der abl ein zentrales Anliegen. „Natürlich brauchen wir mehr Kapazitäten in den Sprachkursen und Vorklassen. Dafür ist es erforderlich, dass die zusätzlich bereitzustellenden Mittel weiterhin gezielt und schulartspezifisch eingesetzt werden, das beobachten wir tagtäglich an unseren beruflichen Schulen“, erläutert Jürgen Wunderlich, Vorsitzender des VLB.

Bei der Digitalisierung müssen auch die Gymnasien noch aufholen. „Lehrerfortbildung, Ausstattung und unterrichtspraktische Konzepte – hier müssen Investitionen in der Digitalisierung an Schulen ansetzen. Dabei ist es aber wichtig, nach Schularten zu differenzieren, ja sogar jede einzelne Schule zu betrachten. Bottom up und nicht top down heißt die Devise“, meint Michael Schwägerl, Vorsitzender des bpv.

Die Verbände der abl, die für die Mehrheit der Lehrkräfte in Bayern stehen, stellen klar: Bildung zum Nulltarif gibt es nicht. Gerade Bayern kann hier noch mehr tun. Durch vereinheitlichende Lösungsansätze die vielfältigen Herausforderungen anzugehen, ist aber der falsche Weg. Was wir brauchen, sind schulartspezifische Expertise und realistische, langfristige Lösungen.

Michael Schwägerl, Präsident der abl, abschließend: „Natürlich brauchen wir ein Mehr an gut ausgebildeten Lehrkräften. Doch zusätzliche 62.000 Lehrkräfte in 10 Jahren, wie das derzeit von einem Verband gefordert wird, wären selbst bei ausreichender Finanzierung realistischerweise gar nicht verfügbar. Die Einstellung von Quer- und Seiteneinsteigern sowie unqualifiziertem Personal wäre die Folge. Das kann nicht im Sinne der Schülerinnen und Schüler, ihrer Eltern und einer zukunftsorientierten Bildung für unser Land sein.“

Für den Inhalt verantwortlich:

Benedikt Mayer, E-Mail: presse(at)bpv.de, Tel. 0172/8483399

Der Arbeitsgemeinschaft bayerischer Lehrerverbände (abl) gehören der Bayerische Philologenverband (bpv), der Bayerische Realschullehrerverband (brlv), die Katholische Erziehergemeinschaft in Bayern (KEG) und der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB) an. Die in der abl zusammengeschlossenen Verbände vertreten die Interessen von 50.000 Lehrkräften an allen Schularten.

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