Pressemitteilung der KEG Bayern 20.02.2019

Mittelschule ist keine Resteschule!

KEG Bayern fordert mehr Wertschätzung für Mittelschulen

 

Die KEG Bayern sieht sich aufgrund der neuesten Entscheidung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus sowie der aktuellen Berichterstattung über die Studie „Children’s World+“ der Bertelsmann-Stiftung zu den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler in Deutschland, gezwungen, eine Lanze für die Mittelschule in Bayern und ihre Lehrkräfte zu brechen.

Die Entscheidung des Kultusministeriums, die Wirtschaftsschule bereits ab der sechsten Klasse beginnen zu lassen, stößt bei der KEG Bayern auf Unverständnis. Der Berufsverband für Lehrkräfte und Pädagogen fordert stattdessen die Politik auf, ihren Beitrag zur Aufwertung der Mittelschulen zu leisten. Die Mittelschule ist ebenso wie die Real- und Wirtschaftsschule eine Schule mit starker Berufsorientierung und exzellenten Kooperationen zur regionalen Wirtschaft, zur Industrie sowie zum Handwerk. An vielen Mittelschulen besteht zudem die Möglichkeit einen weiterführenden mittleren Schulabschluss zu erwerben. Dieser ist gleichwertig mit dem Abschluss der Real- oder Wirtschaftsschule.

Deshalb mahnt die Landesvorsitzende der KEG Bayern, Ursula Lay: „Die Mittelschule ist viel mehr als ein Auffangbecken für die leistungsschwächsten Schülerinnen und Schüler.“ Schon jetzt werden viele Kinder und Jugendliche, die an Real-, Wirtschaftsschulen oder Gymnasien gescheitert sind, nach „unten“ durchgereicht. Nicht selten haben sie dann Zukunftsängste, ein mangelndes Selbstbewusstsein und Motivationsprobleme. Natürlich arbeiten engagierte Mittelschullehrkräfte intensiv daran, die betroffenen Kinder und Jugendlichen aufzufangen, wieder aufzubauen und ihnen die nötigen Kompetenzen für den dualen Ausbildungsweg zu vermitteln – parallel zu den Aufgaben, die ihnen durch Integration und Inklusion gestellt werden. 

Gesellschaft und Politik sind hier gefragt. „Wenn ich das Abitur ständig als einzig akzeptablen Schulabschluss darstelle und gleichzeitig die Chancenlosigkeit vor allem der Regelschulabschlüsse in den Vordergrund stelle, brauche ich mich nicht zu wundern, dass die Betroffenen Angst vor Armut entwickeln und sich ausgeschlossen fühlen“, so Andreas Fichtl, Beratungsrektor und ehemaliger Bezirksvorsitzender der KEG Oberbayern.

Anstatt die Wirtschaftsschule bereits ab der 6. Klasse beginnen zu lassen, sollte sich die Politik für mehr Transparenz und eine Reform des Übertrittverfahrens einsetzen. "Die Lösung sehe ich in einer intensiveren Elternberatung anhand von Lernentwicklungsgesprächen mit den Klassenlehrkräften und der verstärkten Einbeziehung unserer Beratungslehrkräfte. Diese Aufklärung und Beratung sei dringend notwendig, um den Druck von Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräften zu nehmen," so Ursula Lay, Landesvorsitzende der KEG Bayern.

Die wertvolle Arbeit der Mittelschulen muss wieder gesehen werden und auch Mittelschullehrkräfte verdienen aus Sicht der KEG Bayern vollstes Lob. Sie bringen nicht nur fachliche und soziale Fähig- und Fertigkeiten mit, sondern besitzen darüber hinaus ein hohes Maß an Empathie und Engagement im Umgang mit einer heterogenen Schülerschaft. „Auch um den akuten Mangel an Grund- und Mittelschullehrkräften zu begegnen, muss endlich eine Aufwertung der Mittelschule stattfinden, wenn wir wieder genug Nachwuchskräfte bekommen wollen. Gerne nutze ich die Gelegenheit, um die Landtagsfraktion der FREIEN WÄHLER erneut an ihr Wahlversprechen „A13 Eingangsbesoldung für alle“ zu erinnern.“, so Ursula Lay.

 

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

 

V.i.S.d.P.: Ursula Lay

presse(at)keg-bayern.de

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Über die KEG Bayern

Die KEG Bayern ist ein Verband engagierter Pädagogen aus allen Erziehungs- und Bildungsbereichen. Er umfasst 8.000 Mitglieder. Dies ermöglicht die Entwicklung realistischer, moderner Gesamtkonzepte für das Bildungs- und Erziehungswesen. Die Arbeit der KEG Bayern gründet auf christlicher Glaubensüberzeugung und europäischer Kulturtradition. Die KEG Bayern vertritt die standespolitischen Belange ihrer Mitglieder. Darüber hinaus bietet sie Rechtsschutz und Rechtsberatung. Durch Veranstaltungen vor Ort sowie regionale Fortbildungs- und Informationstagungen unterstützt die KEG Bayern ihre Mitglieder. Seit 2011 ist Ursula Lay Landesvorsitzende der KEG Bayern.

 

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