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22.01.2026

Foto: BBB

Demo in München: Rund 1.000 Beschäftigte setzen starkes Zeichen in der Einkommensrunde TV-L

Nach dem Scheitern der zweiten Verhandlungsrunde in der Einkommensrunde TV-L haben am 20. Januar 2026 rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in München ein deutliches Zeichen gesetzt. Sie folgten dem Aufruf des BBB und gingen auf die Straße, um ihren Forderungen gegenüber der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) Nachdruck zu verleihen.

Hintergrund der Proteste ist das Ergebnis der zweiten Verhandlungsrunde, die am 17. Januar 2026 ohne Einigung endete. Die TdL hatte ein Angebot vorgelegt, das faktisch nur einen Inflationsausgleich vorsieht, keine Erhöhung im Jahr 2025 enthält und mit einer Laufzeit von 29 Monaten deutlich hinter dem Abschluss im TVöD zurückbleibt. Die Verhandlungskommission des dbb wies dieses Angebot geschlossen als nicht verhandlungsfähig zurück.

„Wer uns nicht zuhört, wird uns sehen, liebe TdL!“, hatte dbb-Verhandlungsführer Rainer Nachtigall im Vorfeld angekündigt – eine Ankündigung, die in München sichtbar umgesetzt wurde. Die hohe Beteiligung unterstrich eindrucksvoll die Entschlossenheit der Beschäftigten, für Wertschätzung und faire Einkommen einzutreten.

Dabei geht es nicht nur um die Tarifbeschäftigten. Auch für Beamtinnen und Beamte steht viel auf dem Spiel, da der Tarifabschluss traditionell die Grundlage für die nächste Besoldungsanpassung bildet. Umso größer ist die Sorge angesichts der Ankündigung Bayerns, das Ergebnis erst mit sechsmonatiger Verzögerung zu übertragen. „Dem erteilen wir gemeinsam eine klare Absage“, betonte Nachtigall.

Die Demonstration in München war damit nicht nur ein Protest gegen ein unzureichendes Angebot, sondern ein klares Signal an die Arbeitgeberseite: Die Beschäftigten sind geschlossen, sichtbar und bereit, weiter Druck zu machen.

Die nächste große Demonstration folgt am 2. Februar 2026 in Nürnberg – mit der Hoffnung auf eine ebenso starke Beteiligung und ein ebenso unüberhörbares Signal.