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16.07.2025

KEG beim Jahresempfang von S.E. Kardinal Marx

Der christliche Glaube gehört zu Bayern: Christsein heißt, politisch sein, aber auch den Frieden und den Dialog zu suchen. Der Jahresempfang der Erzdiözese München und Freising war ein hervorragender Anlass, zu betonen, wie wichtig die christliche Prägung für Politik und Gemeinwesen ist. Bei existenziellen Fragen wie Lebensschutz und Menschenwürde ist sie unsere Leitschnur, zu der wir uns aus tiefer Überzeugung bekennen. Deshalb ist das Kreuz bei uns sichtbar, bleiben Sonn- und Feiertage geschützt, orientieren wir uns in Bayern mit den Ferien an Weihnachten, Ostern und Pfingsten und halten am Religionsunterricht als wertvollem und wichtigem Teil des Fächerkanons fest.

S.E. Kardinal Reinhard Marx warnte beim Jahresempfang vor Aufrüstung und Angriffen auf die Demokratie. Staatskanzleichef Herrmann bemühte bei der Gelegenheit einen seltenen Vergleich.

Der Erzbischof Kardinal Reinhard Marx betonte mehrfach, wie wichtig die Kirche als Korrektiv für die Gesellschaft sei. „Sich zu verlaufen in völkischen Ideen oder in anderen Ideologien, das ist ein Irrweg“, sagte der Erzbischof von München und Freising: „Wir müssen dagegenhalten! Als Kirche dürfen wir nicht auf der Seite der Restauration stehen, sondern wir müssen weiterhin an die Vernunft appellieren und an die Fähigkeit des Menschen, in Freiheit das Gute zu wählen.“⁠ Die Debatte um Aufrüstung sieht der Kardinal mit gemischten Gefühlen: „Ich bin kein Pazifist, natürlich brauchen wir die Bundeswehr. Aber ich möchte nicht erleben müssen, dass unterm Christbaum zu Weihnachten wieder Panzer verschenkt werden.“ Durch ein neues Wettrüsten werde die Welt nicht sicherer. „Wir müssen einsehen: Waffen lösen gar nichts, sondern nur der Versuch, miteinander zu sprechen, Interessen auszugleichen und Kompromisse zu finden.“

Der Vorsitzende des Diözesanrats München, Armin Schalk, bekräftigte, dass die Kirche und ihre Gläubigen „nicht starr bei den Grundlagen von einst stehen bleiben, sondern diese sich unter Berücksichtigung der Zeichen der Zeit kreativ weiterentwickeln“. Er freue sich deshalb sehr darüber, dass das diözesane synodale Gremium der Erzdiözese nach Rom eingeladen wurde und über das Zeichen, das Papst Leo XIV. damit für die Fortsetzung des Weges der Synodalität in der Weltkirche setze.⁠

Mit einer ungewöhnlichen Danksagung wandte sich Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) beim Jahresempfang des Erzbistums an Kardinal Marx. Er bescheinigte Reinhard Marx eine entscheidende Rolle beim jüngsten Konklave und sei überzeugt, dass „Marx einer der Papstmacher“ gewesen sei, sagte Herrmann. Der erste Eindruck von Leo XIV. sei sehr positiv. „Deswegen sage ich: Sehr geehrter Herr Kardinal, danke für diesen Papst.“

Wir im Verband, aber auch die Politik, setzen auf die starken Stimmen der christlichen Kirchen, die sich mit feinem Gespür gegen Beliebigkeit wenden und Haltung einfordern. Nur gemeinsam können und werden wir Zukunft gestalten. Danke für den immer konstruktiven Austausch, den wir auf vielfältige Weise pflegen und wertschätzen. Gott sei Dank!