BayKiBiG-Reform: Qualität braucht mehr als Umverteilung
Im Bayerischen Landtag fand am 11.06.2026 die Anhörung zur geplanten Reform des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes (BayKiBiG) statt. Unter dem Titel „BayKiBiG-Reform: Qualität sichern, Finanzierung verlässlich gestalten, Familien entlasten“ wurden insgesamt 16 Fachverbände, darunter die KEG Bayern, im Sozialausschuss zum vorliegenden Gesetzentwurf angehört.
Die Anhörung machte deutlich, dass die vorgesehene Umverteilung finanzieller Mittel allein nicht ausreichen wird, um die Herausforderungen in der frühkindlichen Bildung nachhaltig zu bewältigen. Zwar wird die grundsätzliche Reform von vielen Beteiligten begrüßt, gleichzeitig wurde aber deutlich: Echte Qualitätsverbesserungen können nur mit ausreichend qualifiziertem Fachpersonal erreicht werden.
„Gute Bildung steht und fällt mit den Menschen, die sie täglich gestalten“, betonte die KEG Bayern. Wenn zufriedene Kinder, Eltern sowie Pädagoginnen und Pädagogen das Ziel sein sollen, brauche es den politischen Willen, den Gesetzentwurf um wirksame Qualitätsbausteine zu ergänzen.
Der Landesvorsitzende der KEG Bayern, Martin Goppel, machte in seiner Stellungnahme deutlich, dass der vorliegende Gesetzentwurf in seiner jetzigen Form nicht ausreiche. Die geplanten Maßnahmen seien zwar ein Schritt in die richtige Richtung, würden die strukturellen Herausforderungen in den Kindertageseinrichtungen jedoch nicht nachhaltig lösen.
„Bayern braucht wieder ein klares Bekenntnis zu seinen Kindern und Familien – und damit auch zum Bildungsstandort Bayern“, so Goppel. Dazu gehöre ebenso eine ehrliche Kommunikation gegenüber Familien und Trägern.
Die KEG Bayern fordert deshalb eine stärkere Fokussierung auf die Qualität der Einrichtungen. Notwendig seien insbesondere eine bessere personelle Ausstattung, attraktive Arbeitsbedingungen, eine langfristig verlässliche Finanzierung sowie Maßnahmen zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften.
Die Anhörung habe gezeigt, dass die BayKiBiG-Reform wichtige Chancen für die Zukunft der frühkindlichen Bildung in Bayern bietet. Damit diese Chancen genutzt werden können, müssten Qualität, Fachkräftegewinnung und Fachkräftebindung stärker in den Mittelpunkt der weiteren parlamentarischen Beratungen rücken.
Denn die Zukunft der Kindertagesstätten entscheidet sich nicht allein über die Verteilung von Geldern, sondern vor allem darüber, ob ausreichend qualifizierte Fachkräfte unter guten Bedingungen arbeiten können. Nur so lassen sich Bildung, Betreuung und Erziehung dauerhaft auf hohem Niveau sichern.