Kinder ernst nehmen statt bei Familien sparen – KEG Bayern fordert Kurswechsel der Staatsregierung
Die Katholische Erziehergemeinschaft (KEG) Bayern fordert die Bayerische Staatsregierung auf, Kinder, Familien sowie Bildung und Erziehung wieder stärker in den Mittelpunkt ihrer Politik zu stellen. Anlass sind die Debatten um die Reform des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes (BayKiBiG), das Stellenmoratorium im Bildungsbereich sowie die Finanzierung von Kitas und Schulen.
Ein positives Signal sieht die KEG Bayern im ersten bundesweiten Kinderrechte-Gipfel in Schleswig-Holstein, bei dem Kinder eigene Forderungen zu ihrer Lebenswelt formulierten.
„Bayern darf bei den Zukunftschancen seiner Kinder nicht auf der Bremse stehen. Wer heute bei Kindern, Familien, Bildung und Erziehung spart, gefährdet die Zukunft unseres Landes“, erklärt Martin Goppel, Landesvorsitzender der KEG Bayern.
Kinder seien nicht nur Empfänger staatlicher Leistungen, sondern Träger eigener Rechte. Deshalb brauche es neben symbolischen Kampagnen echte Reformen und mehr Beteiligung von Kindern und Jugendlichen.
„Gerade in Zeiten gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Herausforderungen darf an frühkindlicher Bildung nicht gespart werden. Die ersten Lebensjahre prägen Bildungswege, Teilhabechancen und soziale Entwicklung entscheidend. Investitionen in Kitas, Schulen, Familien und pädagogische Fachkräfte sind Investitionen in Chancengerechtigkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunft unseres Landes“, so Goppel.
Christliche Soziallehre verpflichtet
Die KEG Bayern verweist auf die Grundsätze der christlichen Soziallehre. Menschenwürde, Solidarität und Gemeinwohl verpflichteten Politik (gerade christliche Parteien) und Gesellschaft, Kindern bestmögliche Bildungs- und Entwicklungschancen zu eröffnen.
„Kinder sind kein Kostenfaktor, sondern die Zukunft unseres Landes. Investitionen in Bildung, Erziehung und Betreuung sind nachhaltige Zukunftsinvestitionen“, betont Goppel.
BayKiBiG-Reform greift zu kurz
Die KEG Bayern bewertet den vorliegenden Gesetzentwurf zur Reform des BayKiBiG als ersten Schritt, der jedoch deutlich hinter den tatsächlichen Herausforderungen zurückbleibt. Weder die strukturelle Unterfinanzierung noch die Probleme bei Personalgewinnung, Personalausstattung und Arbeitsbedingungen würden damit nachhaltig gelöst.
Kritisch sieht die KEG insbesondere die Gefahr einer bloßen Umverteilung vorhandener Mittel ohne verbindliche Qualitätsverbesserungen. Auch die Hinweise der 16 Sachverständigen in der Verbändeanhörung vom 11. Juni 2026 müssten ernst genommen werden.
„Der Gesetzentwurf ist allenfalls ein kleiner erster Schritt. Eine echte Neuaufstellung der frühkindlichen Bildung bleibt aus. Leidtragende wären am Ende Kinder, Familien und pädagogische Fachkräfte“, erklärt Goppel.
Notwendig seien verbindliche Verbesserungen bei Personalstandards, Arbeitsbedingungen und Finanzierung. Nur so könnten Kinder individuell gefördert, Familien wirksam unterstützt und Fachkräfte nachhaltig entlastet werden.
Verantwortung für kommende Generationen
Unterstützt sieht sich die KEG Bayern durch den jüngsten Appell der katholischen Bischofskonferenzen der G7-Staaten. Diese fordern in ihrer Erklärung „Brücken bauen für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenwürde“, die Interessen junger Menschen und künftiger Generationen stärker in politische Entscheidungen einzubeziehen.
„Auch Bayern muss politische Entscheidungen daran messen, welche Auswirkungen sie auf Kinder und junge Menschen haben“, so Goppel.
Die KEG Bayern fordert die Staatsregierung auf,
- die personelle und qualitative Ausstattung von Kitas und Schulen deutlich zu verbessern,
- die Finanzierung des BayKiBiG über 2029 hinaus verlässlich zu sichern und wissenschaftlich zu evaluieren,
- das Stellenmoratorium für das Schuljahr 2026/27 zu überdenken,
- die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen verbindlich auszubauen,
- Kinderarmut und Bildungsbenachteiligung wirksam zu bekämpfen sowie
- Kinderrechte politisch stärker zu verankern.
Die sinkenden Geburtenzahlen böten gerade jetzt die Chance, Betreuungsschlüssel zu verbessern, mehr Zeit für jedes Kind zu schaffen und die Arbeitsbedingungen in den Einrichtungen nachhaltig zu stärken.
„Eine Gesellschaft, die bei Kindern und Familien spart, spart an ihrer eigenen Zukunft. Wer Kinderrechte ernst nimmt, muss auch die finanziellen und personellen Voraussetzungen schaffen. Lippenbekenntnisse und Herzschlag-Kampagnen reichen nicht aus. Kinder, Familien und pädagogische Fachkräfte brauchen spürbare Verbesserungen im Alltag“, erklärt Goppel abschließend.
KEG Bayern – weil Bildung Haltung braucht! Persönlich für dich da!
München, 16.06.2026
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