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12.05.2026

KEG interne Umfrage zeigt: Hohe Belastung, aber klare Zustimmung zum Grundgedanken

Sprachstandserhebung in Bayern: Wichtiger Schritt mit großem Potenzial – KEG sieht dringenden Handlungsbedarf bei Umsetzung und Förderung

Die Stärkung der Sprachkompetenz ist ein zentrales Anliegen für gelingende Bildung – und genau hier setzt das Kultusministerium mit der Sprachstandserhebung ein richtiges und wichtiges Signal. Denn klar ist: Sprache ist der Schlüssel zu Bildungserfolg und gesellschaftlicher Teilhabe. Die flächendeckende Erhebung kann dazu beitragen, Kinder frühzeitig zu unterstützen und ihnen bessere Startchancen zu ermöglichen.

Eine Umfrage der KEG Bayern zur bayernweiten Sprachstandserhebung (die im Zeitraum Februar – März 2026 durchgeführt wurde) macht jedoch deutlich: Während Ziel und Ansatz breite Zustimmung finden, stellt die konkrete Umsetzung die Schulen aktuell vor große Herausforderungen. (Ergebnisse der Umfrage: https://www.keg-bayern.de/leistungen/beratung-und-information/informationen-zum-dienstrecht/bayernweite-umfrage-sprachstandserhebung)

„Die Sprachstandserhebung ist im Grundsatz absolut sinnvoll. Sie kann einen wichtigen Beitrag zur frühzeitigen Förderung leisten. Auch wurde seitens des Kultusministerium einiges zum Vorjahr verbessert, doch in der aktuellen Ausgestaltung geht sie leider vielerorts noch an der schulischen Realität vorbei", erklärt Martin Goppel, Landesvorsitzender der KEG Bayern. „Vor allem die anschließende Förderung durch ausreichend qualifiziertes Fachpersonal ist der entscheidende Punkt – hier besteht noch erheblicher Verbesserungsbedarf."

Zentrale Ergebnisse der Umfrage

  • Administrativer Aufwand: 89,6 % empfinden ihn als hoch oder sehr hoch
  • Zeitliche Belastung: 94,3 % fühlen sich stark oder teilweise stark belastet
  • Eingeschränkte Beratungsarbeit: Über 90 % können reguläre Beratung nicht im üblichen Umfang leisten
  • Erreichbarkeit der Eltern: 95,8 % berichten von häufigen oder gelegentlichen Schwierigkeiten
  • Ausreichende Fördermöglichkeiten: Nur 32,8 % sehen diese derzeit als gegeben an (>> 67,2% sind der Meinung, dass diese nicht ausreichend ist)

Großes Engagement – aber strukturelle Hürden

Die Ergebnisse zeigen deutlich: Schulleitungen, Beratungslehrkräfte und Verwaltungsangestellte engagieren sich mit großem Einsatz für die Umsetzung der Sprachstandserhebung. Gleichzeitig stoßen sie an strukturelle Grenzen. Besonders Verwaltungsangestellte leisten einen erheblichen zusätzlichen Aufwand, ohne dass hierfür bislang ausreichende zeitliche Ressourcen zur Verfügung stehen.

Hinzu kommt die zeitliche Überschneidung mit der Schuleinschreibung, die in einer ohnehin intensiven Phase des Schuljahres zu zusätzlichen Belastungen führt. Auch Beratungslehrkräfte und Schulpsychologinnen und -psychologen müssen ihre regulären Aufgaben teilweise stark einschränken, um die Erhebung zu bewältigen.

Elternkommunikation als zusätzliche Herausforderung

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Kommunikation mit den Eltern. Viele Schulen berichten von Schwierigkeiten bei der Erreichbarkeit sowie von sprachlichen Barrieren. Fehlende Kontaktdaten und schwer verständliche Anschreiben erschweren die Zusammenarbeit zusätzlich – obwohl gerade sie für den Erfolg der Maßnahme entscheidend ist.

Entscheidend: Die anschließende Förderung

Besonders deutlich wird in der Umfrage: Die Sprachstandserhebung kann ihr volles Potenzial nur entfalten, wenn auf die Diagnose auch eine verlässliche und qualitativ hochwertige Förderung folgt. Hier sehen viele Befragte derzeit die größte Herausforderung. Ohne ausreichende Vorkursplätze und qualifiziertes Fachpersonal besteht die Gefahr, dass wertvolle Erkenntnisse nicht in wirksame Unterstützung umgesetzt werden können.

Die KEG Bayern fordert konstruktive Weiterentwicklung

Auf Grundlage der Umfrageergebnisse setzt sich die KEG Bayern für gezielte Verbesserungen ein:

  1. Zusätzliche Verwaltungsressourcen, um den Mehraufwand angemessen aufzufangen
  2. Ausreichende Zeitkontingente für alle beteiligten Fachkräfte
  3. Bessere zeitliche Planung, um Belastungsspitzen zu vermeiden
  4. Direktere Kommunikationswege zwischen Kitas und Schulen
  5. Verständliche und mehrsprachige Elterninformationen
  6. Stärkere Einbindung der Kita-Expertise, um Doppelstrukturen zu vermeiden
  7. Verlässliche Anschlussförderung mit ausreichend Personal und Plätzen

Gemeinsam zum Ziel

„Sprachförderung im Vorschulalter ist ein zentraler Baustein für mehr Bildungsgerechtigkeit – und die Sprachstandserhebung kann hierfür eine wertvolle Grundlage sein", so Martin Goppel. „Damit sie ihre Wirkung voll entfalten kann, braucht es jetzt vor allem eine praxistaugliche Umsetzung und eine gesicherte Förderung durch qualifiziertes Personal."

Die KEG Bayern spricht sich daher für eine enge Abstimmung zwischen Kultus- und Sozialministerium aus. Mit den richtigen Rahmenbedingungen kann die Sprachstandserhebung zu einem echten Gewinn für Kinder, Familien und Schulen werden.

KEG Bayern – Persönlich für dich da. 

München, den 12.05.2026

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