CB 01/2026

Liebe Leserinnen und Leser,

in dieser Ausgabe geht es um die Gesundheit im Bildungsberuf. Die Arbeit von Erziehungsfachkräften und Lehrkräften ist von hoher gesellschaftlicher Bedeutung – und zugleich eine der anspruchsvollsten Tätigkeiten überhaupt. Zwischen pädagogischem Auftrag, organisatorischen Anforderungen und individuellen Bedürfnissen geraten viele Fachkräfte an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Die Frage, wie wir in diesem Beruf gesund bleiben können, ist daher nicht nur persönlich, sondern auch strukturell entscheidend.

Ein grundlegendes Verständnis von Gesundheit liefert die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Gesundheit als „einen Zustand vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit oder Gebrechen“ definiert. Diese ganzheitliche Sichtweise macht deutlich, dass Gesundheit weit über das bloße Fehlen von Krankheit hinausgeht und das gesamte Wohlbefinden umfasst.

Dabei darf ein Aspekt nicht außer Acht gelassen werden: Die Umwelt, in der wir leben und arbeiten, hat einen erheblichen Einfluss auf unsere Gesundheit. Saubere Luft, gesunde Ernährung, Zugang zu Grünflächen und eine schadstoffarme Umgebung sind wichtige Voraussetzungen, damit Kinder und Erwachsene sich wohlfühlen und gesund bleiben können.

In pädagogischen Berufen ist Gesundheit eng mit den Arbeitsbedingungen verknüpft. Wer hier dauerhaft leistungsfähig bleiben soll, braucht mehr als Resilienz – es braucht ein System, das unterstützt.

Fachkräfte benötigen verlässliche Rahmenbedingungen: Ausreichende Personalausstattung, klare Strukturen und realistische Erwartungen sind die Basis für gesundes Arbeiten. Sie brauchen Zeit für Reflexion und Austausch. Supervision, kollegiale Beratung und Fortbildungen zur Stressbewältigung dürfen kein Luxus sein, sondern müssen fest verankert werden. Gesundheitsfördernde Angebote wie betriebliche Gesundheitsprogramme, psychologische Beratung und flexible Arbeitszeitmodelle sind zentrale Bausteine. Und vor allem spielt Wertschätzung und Mitbestimmung eine Rolle: Gesundheit entsteht auch durch das Gefühl, gehört und beteiligt zu sein. Partizipation stärkt Motivation und reduziert Belastung.

Gesundheit im Bildungsbereich ist daher eine Gemeinschaftsaufgabe. Träger, Politik und Gesellschaft müssen die Rahmenbedingungen schaffen, damit pädagogische Fachkräfte in der Kita und Lehrkräfte nicht ausbrennen, sondern ihre wichtige Arbeit mit Freude und Kraft ausüben können. Als KEG setzen wir uns auf verschiedenen Ebenen für diesen Blick auf die Gesundheit von Pädagogen ein. Denn nur wer selbst gesund bleibt, kann andere nachhaltig begleiten.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern in diesem Sinne eine gute Gesundheit.

Ihre Gerlinde Kohl

Bundesvorsitzende der KEG

Was Pädagoginnen und Pädagogen gesund hält

Freepik

Im Leitartikel der CB 01/2026 wird deutlich: Psychische Gesundheit ist für Pädagoginnen und Pädagogen kein individuelles Problem, sondern entsteht im Zusammenspiel von Persönlichkeit, Sinn und einem unterstützenden Arbeitsumfeld. Studien zeigen: Ein wertschätzendes, kooperatives Arbeitsklima, klare Strukturen und Mitgestaltungsmöglichkeiten wirken stärker gesundheitsfördernd als persönliche Resilienz allein. Selbstwirksamkeit, Sinn im Beruf und positive Beziehungen sind entscheidende Schutzfaktoren gegen Stress und Erschöpfung. Das PERMA-Modell und biblische Einsichten unterstreichen, dass Wohlbefinden aus einem ausgewogenen Zusammenspiel von Engagement, Beziehungen, Sinn und Erfolgserleben entsteht. Wer wissen will, wie Schulen praktisch gesunde Arbeitsbedingungen schaffen können und welche Rolle Sinn, Teamarbeit und strukturierte Unterstützung dabei spielen, sollte unbedingt weiterlesen.

Im Gespräch mit Marius GlombitzaMenschen der KEG

Was hilft wirklich, im Schulalltag gesund, motiviert und professionell zu bleiben? Im Interview gibt Marius Glombitza, Beratungsrektor und Schulpsychologe, persönliche Einblicke in seinen beruflichen Weg, seine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und sein Engagement in der KEG. Er spricht über die Bedeutung klarer Strukturen, gelebter Achtsamkeit und guter Netzwerke im Kollegium – ebenso offen wie praxisnah.

Warum Empathie und Teamarbeit für ihn zentrale Säulen guter Schule sind, wie Lehrkräfte ihre psychische Gesundheit schützen können und weshalb sein Leitsatz „Quidquid agis, prudenter agas et respice finem“ ihn bis heute begleitet, lesen Sie im vollständigen Interview. Ein inspirierender Blick auf Schule, Haltung und das Menschsein im Lehrberuf – jetzt weiterlesen.

FORUM

Das dänische Schulsystem

Grafik_Aufbau des dänischen Schulsystems_Quelle Königlich Dänisches Ministerium des Äußeren (Hrsg.)

Blick nach Dänemark: Schule, die mehr kann als Wissen vermitteln
Das dänische Schulsystem verbindet fachliches Lernen mit sozialer Bildung – Empathie ist seit 1993 fester Bestandteil des Unterrichts, Mobbingraten sinken nachweislich. Die Folkeskole setzt auf kooperative Lernformen, individuelle Lernpläne und viel Mitgestaltung durch Kommunen und Schulleitungen. Anders als in Deutschland gilt eine zehnjährige Unterrichtspflicht und ein integrativer, langfristiger Bildungsansatz. Wer wissen möchte, wie Dänemark Kinder nicht nur bildet, sondern auch fürs Leben stärkt, kann hier weiterlesen.

FORUM

Schule der Zukunft? – Ein Blick auf das japanische Bildungssystem

Quelle: https://www.nuernberg.de/internet/paedagogisches_institut/goodpractice.html

Schule Vision 2040 gibt den kommunalen Schulen in Nürnberg einen gemeinsamen strategischen Rahmen, mit dem sie sich gezielt auf kommende Herausforderungen vorbereiten können. Mit dem Kompass 2040 erhalten Sie eine klare Orientierung, um Schulentwicklung nicht isoliert, sondern entlang gemeinsamer Zielräume und Qualitätsstandards voranzubringen. Beteiligung, Good-Practice-Beispiele und regelmäßige Reflexion sorgen dafür, dass Entwicklung praxisnah bleibt und voneinander gelernt wird. Als Lehrkraft sind Sie eingeladen, diesen langfristigen Prozess aktiv mitzugestalten und Schule zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

FORUM

Höhere Sozialabgaben ab 2026: Was sich für Gutverdiener im öffentlichen Dienst und für Beamte ändert

Ab 2026 steigen die Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung, was vor allem gutverdienende Beschäftigte im öffentlichen Dienst betrifft. Wer über den bisherigen Grenzen liegt, muss künftig höhere Beiträge zur Renten- sowie zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen, für die Mehrheit ändert sich jedoch nichts. Gleichzeitig wird die Grenze für die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung angehoben, was neue Optionen beim Krankenversicherungsstatus eröffnen kann. Beamtinnen und Beamte sind meist nicht direkt betroffen, für freiwillig gesetzlich Versicherte unter ihnen kann die Neuregelung dennoch relevant sein. Die Anpassung folgt der allgemeinen Lohnentwicklung und ist eine reguläre, gesetzlich vorgesehene Fortschreibung.

FORUM

„_GELOGEN!? Lass Dich nicht manipulieren“

Quelle: www.lass-dich-nicht-manipulieren.de

Das Internetportal „_GELOGEN!? Lass Dich nicht manipulieren“ hilft dabei, Desinformation und Verschwörungserzählungen besser zu erkennen und einzuordnen. Es bietet verständliche Erklärungen zu Manipulationsmechanismen, psychologischen Wirkweisen und zur schnellen Verbreitung falscher Inhalte im Netz. Statt zu belehren, setzt die Plattform auf Aufklärung, Transparenz und die Stärkung eigener Urteilskraft. Als zentrale Informationsbörse vernetzt sie seriöse Angebote aus Wissenschaft, Medienbildung und Zivilgesellschaft. Besonders für Bildung, Jugendarbeit und gesellschaftliche Multiplikatoren ist das Portal ein praxisnahes Werkzeug zur Förderung von Medienkompetenz und kritischem Denken.

GLAUBE & REGLIGION

„Wie bleibe ich gesund?“

Willst du gesund werden?

STANDESPOLITIK

Das Wichtigste auf einen Blick: Zeitplan für die Personalratswahlen 2026

Änderung der Beurteilungsrichtlinien ab 1. Januar 2026

Ganztägige Ferienbetreuung in Bayern

Gewährung von Vaterschaftsurlaub

MEDIENTIPPS

Unsere Medientipps laden dazu ein, hinzuschauen und sich berühren zu lassen: Die Filme geben jungen Menschen eine Stimme, deren Lebenswege von Brüchen, Sehnsucht nach Zugehörigkeit und großer innerer Stärke geprägt sind. Die ausgewählten Bücher greifen diese Themen auf andere Weise auf – sie machen Mut, den eigenen Körper besser zu verstehen, dem Älterwerden gelassener zu begegnen und Kindern Räume für Glück, Bewegung und Selbstwirksamkeit zu eröffnen. Wer tiefer eintauchen möchte, findet alle Filme und Buchtipps mit weiteren Infos im ausführlichen Überblick.

KEG Deutschlands

Erzieherinnen im Gespräch:Ideale der 1980er Jahre – lebendig geblieben durch engagierte Fachkräfte

Vor kurzem trafen sich Teilnehmerinnen des Fachforums Sozialpädagogik der KEG in Berlin, um gemeinsam einen Blick zurückzuwerfen und zu reflektieren, wie sich die Ideale der 1980er Jahre im heutigen Kindergartenalltag widerspiegeln. Damals war die zentrale Botschaft klar: Das Kind steht im Mittelpunkt. Pädagogische Konzepte orientierten sich an den Bedürfnissen, Interessen und der individuellen Entwicklung jedes einzelnen Kindes. Freiräume für Kreativität, selbstbestimmtes Lernen und soziale Erfahrungen galten als unverzichtbar.