Interview mit Marius GlombitzaMenschen der KEG

Marius Glombitza

Nach Abitur und Bundeswehr habe ich in Regensburg und Eichstätt das Lehramt für die Hauptschule, Medienpädagogik und Schulpsychologie studiert. Nach dem Referendariat war ich lange Jahre als Klassenleiter (Abschlussklassen M9 und M10) und Schulpsychologe tätig. Seit diesem Schuljahr kann ich mich als Beratungsrektor auf die schulpsychologische Tätigkeit fokussieren.

In der KEG war ich in den ersten Dienstjahren vor allem auf Bezirksebene in verschiedenen Angeboten für Dienstanfängerinnen und Dienstanfänger tätig. Seit geraumer Zeit beschränkt sich mein Engagement aus zeitlichen Gründen auf die Mitarbeit im Arbeitskreis Schulberatung auf Landesebene sowie die Mitwirkung am Digi-Talk mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten.

Mein Geheimtipp für den Arbeitsalltag ist…

Eine gute Vorbereitung, die den Tag strukturiert. Außerdem ist das Bewusstsein um eigene Möglichkeiten und Grenzen elementar wichtig. Als Beispiel seien dabei klar definierte Arbeits- und Erholungszeiten genannt. In Zeiten der Digitalisierung gilt das natürlich auch für die Online-Tätigkeit (z.B. Schulmanager, dienstliche Emails, …)

Mit der KEG verbinde ich…

…viele schöne Kindheitserinnerungen (z.B. Familienfreizeit in Südtirol), aber natürlich auch wertvolle Begegnungen und Gespräche, insbesondere im Arbeitskreis Schulberatung. Darüber hinaus schätze ich eine wertebasierte Verbandsarbeit, die sich gezielt für die Anliegen ihrer Mitglieder einsetzt.

Das mache ich, um vom Schulalltag abzuschalten …

Rituale und Rhythmisierung sind wichtige Bestandteile meines Alltags. So gehören eine bewusste Ernährung sowie tägliche Bewegung und Sport zu den Dingen, die einen Arbeitstag abrunden und beenden. Außerdem kann ich mich mit meiner Frau, die ebenfalls Lehrerin ist, sehr gut austauschen.

Das kann ich Berufseinsteigern empfehlen…

Man sollte von Anfang an unseren Beruf als gemeinschaftliche Aufgabe begreifen. Ein gute Netzwerkarbeit an den Schulen und im Seminar ist dabei grundlegend. Nach der theorielastigen ersten Phase der Ausbildung, warten in der zweiten Phase ganz unterschiedliche Aufgaben. Bürokratie, Fürsorge, Stressmanagement oder auch unterrichtliche Praxis sind alles Herausforderungen, denen man jetzt täglich gewachsen sein muss. Umso wichtiger ist deshalb eine gute Teamarbeit vor Ort.

Meine Lieblingsheldinnen/-helden in der Wirklichkeit…

Held ist ein großer Begriff. Ich würde es eher als Vorbild oder Inspiration bezeichnen. Dabei würde ich meine Wirklichkeit in Sport, Beruf und Glauben unterteilen.

In sportlicher Hinsicht fallen mir Vorbilder wie der Skifahrer Markus Eder in meiner Lieblingssportart oder der Fußballer Benny Lauth bei meinem Lieblingsverein ein. Die größte Inspiration seit frühester Kindheit für mich ist Michael Jordan, weit über den Basketball hinaus. Mindset, Disziplin und Mentalität sind einzigartig. Einen seiner berühmten Sprüche („I can accept failure, everyone fails at something. But I can’t accept not trying.”) habe ich auch oft während der Prüfungsvorbereitung in meinen Klassen verwendet.

Im beruflichen Bereich ist für mich seit jeher jede Kollegin bzw. jeder Kollege ein Vorbild, der unseren Beruf bis zum hohen Alter mit Freude, Motivation und Leidenschaft ausübt. Da habe ich bisher schon mehrere Persönlichkeiten kennenlernen dürfen.

Im geistlichen Bereich ist es sicherlich das Projekt Bergpfarrer und dabei insbesondere Pater Peter Rinderer. Bei diesem Projekt wird eine Brücke zwischen religiösen Inhalten und der Faszination für die Berge geschlagen.

Meine Lieblingsbeschäftigung…

Skifahren und Mountainbiken in den Stubaier Alpen zu jeder Jahreszeit. Von Innsbruck bis Sterzing gibt es unendlich viele schöne Touren zu entdecken.

Was schätzt Ihre Frau an Ihnen am meisten?

Dass ich versuche, in jeder Lebenssituation für sie da zu sein.

Welche Werte sind Ihnen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen am wichtigsten?

Am Anfang steht natürlich das Interesse für die ganz unterschiedlich gelagerten Bedürfnisse und Anliegen der Schülerinnen und Schüler. Eine ganz wichtige Grundvoraussetzung ist Empathie. Natürlich ist in der täglichen Arbeit eine Balance aus Fördern und Fordern elementar wichtig. Junge Menschen benötigen in manchen Bereichen Begleitung und Unterstützung, ebenso wichtig sind aber auch Erfahrungsmöglichkeiten in der Selbstverantwortung und Selbstwirksamkeit.

Was können Lehrkräfte tun, um Ihre psychische Gesundheit zu schützen?

Wichtig ist das Bewusstmachen eigener Grenzen, Möglichkeiten und Stärken. Eine klare Rhythmisierung mit bewussten Erholungsphasen ist Grundvoraussetzung, um langfristig den vielfältigen Anforderungen gerecht werden zu können. Dazu gehört auch, dass man nicht alle Probleme alleine lösen kann. Es gibt in der Schulfamilie eine Vielzahl an Unterstützungssystemen (z.B. JAS, MSD, Beratungslehrkräfte, Schulpsychologen), die in vielen Fällen wertvolle Ansprechpartner sein können. Auch das Einbringen von eigenen Stärken kann die Position in einem Kollegium festigen und Ressourcen eröffnen, auf die man im Bedarfsfall zurückgreifen kann. Insgesamt sollte der Begriff Achtsamkeit nicht eine Phrase sein, sondern als Leitsatz für das berufliche und private Handeln gelten. Die Trennung zwischen Beruflichem und Privatem gelingt natürlich nicht immer, was ein stabiles berufliches Gerüst umso wichtiger macht.

Ihr Motto?

Quidquid agis, prudenter agas et respice finem – Ein Leitsatz, der mich seit der Schulzeit begleitet und auch ein stetiger Ratgeber sämtlichen Lebenssituationen ist.

Was wünschen Sie sich für die Bildungslandschaft im kommenden Jahr?

Wünschenswert wären sicherlich mehr Lehrerstunden (Ausbau von Teamteaching), die Sicherung von Beratungsangeboten und eine Steigerung der Attraktivität unseres Berufes durch gerechtere, flexiblere und transparentere Einsatz- und Versetzungsmöglichkeiten.