FORUM

Wohnen wird zur Hürde für Bildung Wohnkosten für Studierende auf Rekordniveau – BAföG reicht vielerorts nicht mehr aus

Zum Wintersemester 2025/26 zahlen Studierende in Deutschland erstmals über 500 Euro Miete im Monat – im Durchschnitt 505 Euro. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Moses Mendelssohn Instituts. Damit übersteigen die Wohnkosten in 70 von 88 Hochschulstädten die BAföG-Wohnkostenpauschale von 380 Euro, in 44 Städten sogar die günstigsten Segmente.

Besonders teuer sind Berlin (650 €), Hamburg (620 €) und Bayern (603 €), während ostdeutsche Standorte wie Sachsen-Anhalt (350 €) noch günstiger sind – allerdings steigen auch dort die Preise spürbar. Selbst eine geplante Anhebung der Pauschale auf 440 Euro würde das Problem nicht lösen: Mehr als die Hälfte der Studierenden läge weiter über diesem Wert.
Viele Studierende müssen inzwischen zwei Nebenjobs annehmen, um ihre Miete zu finanzieren – zulasten des Studiums. Durch diese Entwicklung wird Bildungsgerechtigkeit einmal mehr zur Illusion. 

Für Hochschulen und Fachakademien ist das Thema relevant: Immer häufiger bestimmen Mietpreise die Studien- bzw. Ausbildungswahl.

Gerade deshalb gewinnen alternative Unterstützungswege an Bedeutung. Im Rahmen von Wohn- und Förderangeboten – etwa bei kirchlichen oder verbandlich getragenen Wohnheimen – wird ehrenamtliches Engagement zunehmend positiv bewertet. Ein Empfehlungsschreiben des Bezirks- oder Landesvorsitzenden für die ehrenamtliche Mitarbeit innerhalb der KEG ist dabei sehr gerne gesehen und kann die Chancen auf einen Wohnheimplatz deutlich verbessern.

Quelle: Moses Mendelssohn Institut 2025 / WG-Gesucht.de