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Stadt, Land, Bildung: Wie chancenreich ist Bildung in Deutschland?
Die Deutsche Telekom Stiftung hat gemeinsam mit dem Institut für Demoskopie Allensbach untersucht, wie Bildungschancen in Stadt und Land wahrgenommen werden – und ob der Wohnort tatsächlich über den Bildungserfolg junger Menschen entscheidet. Befragt wurden dazu bundesweit Bürgermeister, Eltern und Schulleitungen weiterführender Schulen in einer repräsentativen Umfrage.
Stadt vs. Land – kein großes Gefälle
Entgegen der verbreiteten Annahme, dass Kinder auf dem Land deutlich schlechtere Bildungschancen haben, zeigen die Ergebnisse:
à Mehr als 80 % der Eltern und Bürgermeister sowie rund 70 % der Schulleitungen sind der Ansicht, dass junge Menschen in ihrer eigenen Kommune – sei es Stadt oder Land – gute Bildungschancen haben.
Damit gibt es keine generelle „Bildungswüste“ auf dem Land im Vergleich zu urbanen Zentren – zumindest nach dem Eindruck der Befragten.
Unterschiede in Rahmenbedingungen
Trotz ähnlicher Gesamtbewertung zeigen sich klare Unterschiede in den strukturellen Bedingungen:
In Städten punkten:
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größere Vielfalt an außerschulischen Angeboten
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bessere Anbindung an Nahverkehr
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stärkere Einbindung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund laut Schulleitungen
Auf dem Land wird geschätzt:
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familiäre Atmosphäre an Schulen
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kleinere Klassen
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gute Angebote der Berufsorientierung
Diese Aspekte werden von Eltern, Bürgermeistern und Schulleitungen regional unterschiedlich bewertet.
Herausforderungen trotz positiver Grundstimmung
Auch wenn die Chancen insgesamt positiv eingeschätzt werden, macht die Umfrage auf strukturelle Probleme aufmerksam:
Kommunales Bildungsmanagement ist noch wenig verbreitet:
Nur etwa ein Drittel der Bürgermeister in Städten und lediglich 7 % in ländlichen Gemeinden geben an, dass Bildung vor Ort systematisch und über Institutionen hinweg gesteuert wird. Dies ist ein wesentlicher Faktor, damit Bildungsangebote vernetzt und nachhaltig wirken können.
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Finanzielle Ausstattung wird von vielen als große Herausforderung gesehen – besonders von Bürgermeister*innen.
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Hoher Verwaltungsaufwand belastet laut Schulleitungen den Schulalltag.
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Sprachbarrieren bei Eltern und Kindern gelten als alltägliches Hindernis für Beteiligung und Lernprozesse.
Nicht Stadt oder Land entscheidet – sondern Steuerung vor Ort
Die Studie zeigt: Bildungschancen werden überwiegend als gut bewertet, unabhängig davon, ob junge Menschen in Städten oder ländlichen Regionen aufwachsen. Entscheidend ist jedoch, dass Bildungspolitik und kommunale Bildungsstrategien passgenau auf die lokalen Bedürfnisse zugeschnitten werden. Nur so können strukturelle Defizite effektiv angegangen und echte Chancengerechtigkeit ermöglicht werden.
Quellen:
Deutsche Telekom Stiftung. (2026). Stadt, Land, Bildung: Eine repräsentative Umfrage zu Bildungschancen in Deutschland. Institut für Demoskopie Allensbach.
Abgerufen von: https://www.telekom-stiftung.de/aktivitaeten/stadt-land-bildung (am 03.02.2026)