CB 04/2026

Liebe Leserinnen,
liebe Leser,

Künstliche Intelligenz ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Sie verändert unsere Arbeitswelt, unsere Kommunikation – und sie verändert Schule. Dabei erleben wir gerade keine technische Randerscheinung, sondern eine gesellschaftliche Umwälzung, die mit der Industrialisierung oder der Digitalisierung vergleichbar ist. Bayern hat diese Entwicklung früh erkannt und mit der Hightech Agenda Bayern bewusst auf Innovation, Forschung und Künstliche Intelligenz gesetzt. Allein die massiven Investitionen in KI-Professuren, Forschungsnetzwerke und digitale Infrastruktur zeigen: Der Freistaat will Zukunft nicht verwalten, sondern gestalten.

Doch jede technologische Revolution stellt nicht zuerst Maschinen, sondern Menschen in den Mittelpunkt. Gerade deshalb müssen wir den Mut haben, KI nicht als Bedrohung zu betrachten, sondern als Werkzeug, das Bildung besser, individueller und gerechter machen kann. Dieser Mut ist notwendig – und er beginnt in unseren Schulen.

Beeindruckend ist dabei, wie viele Lehrkräfte und Pädagoginnen und Pädagogen diesen Wandel längst gestalten und wie unser KEG-Mitglied Prof. Wiater hier seit Jahren der Zeit voraus ist und sich ein erstaunliches Wissen angeeignet hat, das er u. a. auch in dieser CB mit Ihnen teilt.

Während vielerorts noch über Chancen und Risiken diskutiert wird, entwickeln Schulen bereits heute neue Lernformen, digitale Lernräume und individualisierte Bildungswege. Besonders eindrucksvoll zeigen dies innovative Schulkonzepte, wie jene, auf die einerseits mein Bundesvorstandskollege des Bundesverbandes Differenziertes Schulwesen, Stefan Nowatschin (VLB), immer wieder verweist und die kirchliche Träger beeindruckend nach und nach eröffnen: Schulen, die Lernen neu denken, digitale Werkzeuge selbstverständlich integrieren und junge Menschen nicht nur auf Prüfungen, sondern auf eine völlig neue Lebens- und Arbeitswelt vorbereiten. Beispiele wie die Alemannenschule Wutöschingen oder die Bischof-Ulrich-Realschule in Augsburg zeigen, wie selbstorganisiertes Lernen, digitale Plattformen und individuelle Begleitung erfolgreich zusammengedacht werden können.

Dabei wird immer deutlicher: Die entscheidende Zukunftsfrage lautet nicht, ob KI Lehrkräfte ersetzt. Die entscheidende Frage lautet vielmehr, welche Rolle Lehrkräfte künftig einnehmen werden.

Denn Wissen allein wird künftig jederzeit verfügbar sein. Entscheidend werden Fähigkeiten, Haltungen und Orientierung. Die sogenannten „Future Skills“ gewinnen deshalb enorm an Bedeutung: Kreativität, kritisches Denken, Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke, ethisches Urteilsvermögen, Problemlösungskompetenz, Resilienz und die Fähigkeit, Informationen einzuordnen und Verantwortung zu übernehmen. Gerade in einer Welt, in der Maschinen Texte schreiben, Bilder erzeugen und Antworten liefern, brauchen junge Menschen mehr denn je Menschen, die begleiten, motivieren, Orientierung geben und Persönlichkeit stärken. Genau das ist im Übrigen KEG!

Lehrkräfte werden deshalb künftig weniger reine Wissensvermittler sein. Sie werden Lernbegleiter, Coaches, Mentoren und Wertevermittler. Sie helfen Schülerinnen und Schülern dabei, Informationen zu bewerten, KI sinnvoll einzusetzen und Menschlichkeit, Verantwortung und Urteilskraft zu entwickeln. Gerade deshalb wird die pädagogische Arbeit wichtiger – nicht weniger wichtig, und genau deshalb wird die KEG als Berufsverband immer attraktiver.

Bemerkenswert ist, dass selbst die katholische Kirche diese Entwicklung inzwischen intensiv aufgreift.

Die ersten grundlegenden Aussagen des neuen Papstes zur Künstlichen Intelligenz machen deutlich, dass technischer Fortschritt immer auch ethische Verantwortung braucht. KI darf dem Menschen dienen – niemals umgekehrt. Und wahrscheinlich widmet Papst Leo genau deshalb diesem Thema seine erste Enzyklika.

Bildung erhält damit eine noch größere Bedeutung: Junge Menschen müssen lernen, Technologie souverän, kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen. Und genau dafür setzt sich Ihre KEG ein.

Unsere Schulen stehen vor einer historischen Aufgabe. Sie müssen Orte werden, an denen Zukunft gestaltet wird – mit technologischer Offenheit, aber ebenso mit Menschlichkeit, Haltung und Verantwortung. Dafür brauchen wir Mut zur Innovation, Investitionen in Bildung und vor allem Vertrauen in unsere Lehrkräfte und Pädagoginnen und Pädagogen.

Denn eines ist klar: Die Zukunft der KI entscheidet sich nicht allein in Rechenzentren oder Forschungslaboren. Sie entscheidet sich jeden Tag auch in unseren Klassenzimmern und Kitagruppen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Martin Goppel

Künstliche Intelligenz als Lehr- und Lern-Assistenz in der Schule Potenziale und Grenzen Von Prof. Dr. Dr. Werner Wiater

Künstliche Intelligenz verändert Schule rasant – doch wie viel KI verträgt guter Unterricht? Prof. Dr. Dr. Werner Wiater zeigt, welche Chancen Lehrkräfte durch intelligente Assistenzsysteme gewinnen, warnt aber zugleich vor den Grenzen der Technologie: fehlende Empathie, Datenschutzrisiken und die Gefahr, dass eigenständiges Denken verloren geht. Sein Fazit ist klar: KI kann Unterricht unterstützen, den Menschen im Klassenzimmer aber niemals ersetzen. Gleichzeitig wirft er einen spannenden Blick auf die Schule der Zukunft und zeigt, welche Kompetenzen Kinder und Lehrkräfte künftig wirklich brauchen. Ein differenzierter Beitrag über das Zusammenspiel von Innovation, Verantwortung und echter Bildung – und darüber, warum gute Schule auch im KI-Zeitalter vor allem eines bleibt: menschlich.

Im Gespräch mit Margit Baufeld Menschen der KEG

Margit Baufeld

Margit Baufeld brennt für ihren Beruf, weil sie Kinder auf ihrem Weg begleiten, ihnen Werte vermitteln und gemeinsam mit engagierten Kolleginnen und Kollegen Schule gestalten kann. Seit vielen Jahren setzt sie sich zudem in der KEG mit Herzblut für die Interessen von Lehrkräften ein und erlebt den Verband als starke Gemeinschaft auf Augenhöhe. Im Interview spricht sie darüber, warum ein Lächeln oft der beste Anfang für gute Zusammenarbeit ist und weshalb die kleinen Freuden des Lebens das größte Glück bedeuten. Besonders bewegt hat sie die Erfahrung, dass schon eine kleine Geste einem Kind nachhaltig Mut und Selbstvertrauen schenken kann. Trotz Digitalisierung und KI ist für sie klar: Menschlichkeit, Empathie und respektvolle Beziehungen bleiben durch nichts zu ersetzen. Warum sie jungen Lehrkräften vor allem Freude, Gelassenheit und gelebte Werte mit auf den Weg geben möchte, erzählt sie im vollständigen Interview.

Interview mit Erwin Andreas Müller Menschen der KEG

Erwin Andreas Müller

Was macht gute Schule im Zeitalter von KI wirklich aus? Für Erwin Müller, Schulleiter, Beratungslehrer und Mitentwickler der „Gelben Schule“, lautet die Antwort: echte Beziehungen, Gelassenheit und ein aufrichtiger Blick auf den Menschen. Im Interview erklärt er, warum Präsenz und Empathie wichtiger sind als perfekte Technik und weshalb Kinder vor allem Lehrkräfte brauchen, die sie sehen, verstehen und stärken. Er erzählt von einem Schlüsselmoment, der ihn vom Architekturstudium ins Klassenzimmer führte, und davon, warum manche Begegnungen ein Leben lang nachwirken. Außerdem spricht er darüber, welche Chancen KI für Schule bietet – und wo sie aus seiner Sicht klare Grenzen hat. Ein inspirierendes Gespräch über Menschlichkeit, Führung und die Frage, was Bildung auch in Zukunft unverzichtbar macht.

FORUM

KI-Bildung im ländlichen Raum: Das Kompetenzzentrum in Uelzen als Modell für die Zukunft

Künstliche Intelligenz verändert Wirtschaft, Arbeitswelt und Bildung in rasantem Tempo. Während vielerorts noch darüber diskutiert wird, wie Schulen auf diese Entwicklung reagieren sollen, wird an der BBS I Uelzen bereits konkret gearbeitet: mit KI-Anwendungen im Unterricht, modernen Fortbildungsformaten und einem ganzheitlichen Bildungsansatz. Unter der Leitung von Stefan Nowatschin, stellvertretender Bundesvorsitzender des Bündnisses Differenziertes Schulwesen (VLB), hat sich dort ein KI-Kompetenzzentrum entwickelt, das bundesweit Aufmerksamkeit erfährt.

FORUM

KI-Lernen revolutioniert Bildung? Ein Blick auf das Modell der Alpha School in den USA

Kann KI den Schulalltag revolutionieren? Die Alpha School in Texas setzt auf nur zwei Stunden KI-gestütztes Lernen pro Tag – und verspricht damit außergewöhnliche Lernerfolge. Das Modell wirft spannende Fragen zur Zukunft von Unterricht, der Rolle der Lehrkräfte und den Chancen individueller Förderung auf. Gleichzeitig zeigt es, dass Bildung weit mehr ist als reine Wissensvermittlung. Warum dieses Konzept weltweit für Diskussionen sorgt und welche Lehren sich daraus ziehen lassen, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

FORUM

Lehrkräfte für Demokratie und Menschenrechte: Haltung zeigen im Klassenzimmer

Wie viel Haltung dürfen – oder müssen – Lehrkräfte im Unterricht zeigen? Der Siegburger Konsens gibt darauf eine klare Antwort: Demokratie und Menschenrechte sind keine Frage der Neutralität, sondern ein verbindlicher Auftrag für Schule. Immer mehr Lehrkräfte schließen sich dieser Initiative an und setzen ein deutliches Zeichen gegen Extremismus. Warum dieses Modell bundesweit Aufmerksamkeit verdient und als Vorbild für andere Schulen dienen kann, zeigt der folgende Beitrag.

GLAUBE & REGLIGION

Denken Sie noch oder prompten Sie schon?

Mensch bleiben im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz

STANDESPOLITIK

Datengestützte Bildung und digitale Schülerakten

Künstliche Intelligenz an Schulen

Mittelschule stärken

Was ändert sich im neuen Schuljahr 

KEG DEUTSCHLANDS

Katholikentag in Würzburg

Neuer Vorstand der KEG Berlin-Brandenburg

Ökonomische Bildung - Ein Interview mit Gerlinde Kohl und Verena von Hugo

KEG BAYERN

75 Jahre Landeskomitee der Katholiken in Bayern

Personalratswahl 2026: Danke für Engagement

Mission ist möglich

BBB-Verbändetag 2026

Tagung der Arbeitsgruppe Schulaufsicht der KEG Bayern

Wie fair ist das Schulsystem in Deutschland?

Lehrerverbände gratulieren dem neuen Vorsitzenden

KEG SCHWABEN

Die Veranstaltung „Zum ersten Mal eine Klassenführung“ für Lehramtsanwärterinnen

Die Veranstaltung bot den 40 Teilnehmenden dank der praxisnahen Tipps von Alexandra Lange und Sandra Füchsle (Junge KEG Aichach-Friedberg) wertvolle Impulse für einen gelungenen Start ins zweite Ausbildungsjahr.

KEG OBERBAYERN

Bennofest

Neuwahlen bei der Katholischen Erziehergemeinschaft

“Wörterbuch der mentalen Gesundheit”

KEG-Vorsitzende Josephine Brunnhuber ehrt langjährige Mitglieder

KEG OBERFRANKEN

KEG Berggottesdienst am Senftenberg mit Pfarrer Schießler

Es waren in diesem Jahr über 650 Besucherinnen und Besucher, die sich am Senftenberg bei Gunzendorf einfanden. Voll besetzt war das Kellergelände, das die Kellerwirtin Katja Obermeier mit ihrem Team für den Gottesdienst hergerichtet hatte.

Rainer Maria Schießler, der aus den Bestsellerlisten, Film, Funk und Fernsehen bekannte Pfarrer aus München wurde herzlich begrüßt von der stellvertretenden Bezirksvorsitzenden der KEG Oberfranken Daniela Drummer, die sich über die Tradition freute, dass der KEG Berggottesdienst nun schon zum dritten Mal hier auf dem Senftenberg stattfindet.

MEDIENTIPPS

Inspiration für Bildung, Ethik und Gesellschaft

Welche Chancen und Herausforderungen bringt Künstliche Intelligenz mit sich? Wie stärken wir Medienkompetenz, Wertebewusstsein und den konstruktiven Umgang mit Fehlern? Unsere aktuellen Medientipps geben Denkanstöße – von der ersten KI-Enzyklika von Papst Leo XIV. über die ARD-Dokumentation Hirschhausen und die Deepfake-Mafia bis hin zu Anne Rabes Buch Das M-Wort und dem Kinderbuch Klugscheißerchen und Vehlerteufelchen. Eine Auswahl für alle, die Bildung, Digitalisierung und gesellschaftliche Verantwortung aktiv mitgestalten möchten.

Außerdem neu: Der KEG-Bildungspodcast PAUSENGONG startet mit neuer Co-Moderatorin Franziska Wanninger in die nächste Staffel. Freuen Sie sich auf inspirierende Gespräche über Bildung, Kirche und Gesellschaft – mit Humor, Haltung und neuen Perspektiven. Die neuen Folgen erscheinen ab dem 1. September 2026 überall, wo es Podcasts gibt.

UNTERRICHTSHILFEN

Unterrichtseinheiten für Ihren Unterricht

Fake News, Deepfakes und KI – fit für den digitalen Alltag

Täuschend echte Bilder, manipulierte Videos und KI-generierte Inhalte machen es immer schwieriger, Wahrheit von Fälschung zu unterscheiden. Wie können Lehrkräfte Schülerinnen und Schüler darauf vorbereiten? Die Plattform „fakefrei“ bietet kostenfreie, sofort einsetzbare Unterrichtsmaterialien rund um Desinformation, Fake News und Künstliche Intelligenz. Erfahren Sie, wie Medienkompetenz im Unterricht praxisnah und zeitgemäß gestärkt werden kann – und entdecken Sie zwei besonders empfehlenswerte Unterrichtseinheiten.

KOOPERATIONEN
Urban Sports Club Ihre Vorteile als KEG Mitglied

Als KEG-Mitglied erhalten Sie einen exklusiven Rabatt auf eine Mitgliedschaft bei Urban Sports Club. Mit nur einer Mitgliedschaft haben Sie deutschlandweit Zugang zu über 50 Sportarten. Der Check-in bei Partner-Standorten erfolgt einfach per QR-Code über die App, und Ihre Mitgliedschaft können Sie monatlich flexibel hoch- oder herunterstufen.