Interview mit Sebastian Stahlberg

Mehr als 20 Jahre war Sebastian Stahlberg als Lehrer an verschiedenen Hamburger katholischen Schulen tätig. Von 2014 bis 2024 leitete er die Grundschule St. Joseph, an der er von 1977-1981 selbst Schüler war. Seit dem Umzug mit seiner Familie 2024 nach Schleswig-Holstein in die Nähe von Eckernförde, leitet Sebastian Stahlberg eine sechszügige Grundschule in Gettorf.
Zur KEG kam er gleich zu Beginn seiner Lehrertätigkeit: Die KEG bot neben Beratung ein umfangreiches Angebot an Begegnung. Der damalige Vorsitzende und ein Team an Mitgliedern organisierten ein reichhaltiges geselliges Angebot. 2022 wurde Sebastian Stahlberg selbst Vorsitzender der KEG Hamburg. Die KEG Hamburg ist bereits seit einigen Jahren Teil des Verbandes der Lehrergewerkschaften Hamburg und gehört damit einem regionalen Verbund an, der ein Büro nutzt und sich gegenseitig mit einem gemeinsamen Vorstand unterstützt.
Das liebe ich an meinem Beruf …
Den Kontakt zu Kindern und Eltern, die voll positiver Erwartung in die Schule kommen. Mit Leidenschaft zusammen mit vielen Akteuren Schule zu gestalten, um sie zu einem Ort zu machen, an dem Bildung und Hinwendung zum Menschen möglich sind. Das ist natürlich auch mit einem Leiden an der Wirklichkeit des Berufsfeldes verbunden.
Mein Geheimtipp für den Arbeitsalltag ist …
Konsequenz: Eine klare transparente Führung ohne Enge und Starrheit. Güte: Ein wohlwollender Blick auf die Bedürfnisse der Heranwachsenden und ihrer Eltern. Humor: Die Fähigkeit einen inneren Abstand von der konkreten Situation zu bewahren und die Einsicht in die eigene Unvollkommenheit verbunden mit dem Glauben an den guten Kern jedes Menschen.
Mit der KEG verbinde ich …
Gute Begegnungen und ein Interesse, den Arbeitsplatz Schule für alle zu verbessern.
Ausgleich finde ich …
Beim Sport: ich gehe gerne schwimmen und im Winter ins Fitness-Studio. In der Familie: Wir haben vier Kinder, die fast alle schon erwachsen sind und mit gegenseitiger Anteilnahme unser Leben bereichern.
Das kann ich Berufseinsteigern empfehlen ...
Sich viel Zeit für Begegnungen zu nehmen, zum Beispiel Hausbesuche bei den Kindern zu machen. Die Zeit, die ich mir für Beziehungspflege nahm, bekam ich um ein Vielfaches zurück – in Form von neuen Eindrücken, Erkenntnissen und Vertrauen, besonders in schwierigen Zeiten.
Wer sind Ihre Helden der Wirklichkeit?
Helmut Schmidt: Mit ihm verbinde ich eine verantwortungsvolle Wahrnehmung des Amtes, geprägt von Werten und dem Einsatz für Frieden. Als Politiker und Herausgeber pflegte er die Bildung und den Diskurs. Als Mensch lebte er weltoffen, heimatverbunden und bescheiden. Schließlich bewahrte er sich stets ein Stück Unangepasstheit.
Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Mit meiner Familie gemeinsam spielen.
Welche Reform bewundern Sie am meisten?
Reformen, die weitgehend ohne Ideologien auskommen und mit langem Atem durchgeführt werden.